Hügelgräber um Treuenbrietzen

Die über 2000 Jahre alten Hügelgräber aus der Bronzezeit gehören zu den wenigen konkret fassbaren Bodendenkmalen, die uns Aufschluss über die Lebensweise unserer Vorfahren und die Besiedlungsgeschichte unserer Region geben können. Es sind Begräbnisstätten ganzer Sippen, die seit dem Ende der Steinzeit in den fruchtbaren Flusstälern am Nordrande des heutigen Fläming sesshaft wurden. Je nach Reichtum und Ansehen der Verstorbenen sind die Hügelgräber von sehr unterschiedlicher Größe. Auch wenn klimatische Einflüsse und Eingriffe des Menschen durch Land- und Forstwirtschaft im Laufe der Jahrhunderte zu einer deutlichen Abflachung der Hügel und zu einer Einebnung des Geländes beigetragen haben, bleiben die Hügelgräber für das Auge des aufmerksamen Betrachters noch immer sichtbar.

 

Am 11.Oktober unternahmen der Vorsitzende des Treuenbrietzener Heimatvereins Wolfgang Ucksche und der für uns zuständige ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger des Brandenburgischen Landesmuseums für Ur- und Frühgeschichte Horst Behnke einen weiteren Streifzug durch das Amt Treuenbrietzen. Diesmal ging es um eine Bestandsaufnahme darüber, welche in älteren Karten registrierten Hügelgräber noch zu erkennen sind und wie ihr Zustand ist.

Sorgfältig werden die Waldwege abgeschritten, alte Orientierungsmarken gesucht und schließlich festgestellt, dass alle einst erfassten Hügelgräber noch erkennbar sind. Es beginnt im Waldgebiet am alten Klausdorfer Weg, setzt sich fort mit den Hügelgräbern hinter der Anstalt und an der Rietzer Grenze und endet bei den zahlreichen Grabstätten im Waldgebiet zwischen Dietersdorf und Pflügkuff. Dort erwartete die Denkmalpfleger noch eine besondere Überraschung: Wolfgang Ucksche fand bronzezeitliche Tonscherben, die bei Erdarbeiten zu einer Erdgastrasse an die Oberfläche gekommen sein müssen. Die Fundstelle wurde vermessen, die Scherben registriert und ans Museum für Ur- und Frühgeschichte weitergeleitet.

Abschließend wurden noch das Hügelgrab und das Urnengräberfeld auf der Felgentreuschen Flur bei Nichel in Augenschein genommen. Dort hatten einst Kinder beim Versteckspielen im Walde den Boden aufgegraben und dabei die ersten Urnen entdeckt.

Ernst-Peter Rabenhorst (erschienen in den Treuenbrietzener Nachrichten vom 17.12.1999)

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