Altes Brauchtum

Zum Brauch des „Kariedelns“ schreibt die Treuenbrietzener Zeitung 1913:
„Das Kariedeln war am gestrigen Fastnachtstage in vollem Gange und in aller Morgenfrühe haben die Treuenbrietzener Mädels und Jungens ihr alt ererbtes, gutes Recht ausgeübt. In unserer modernen Zeit wird vielleicht manch einer über dies überkommene Gebilde aus unserer Väter Tage mitleidig lächeln; andere – und wohl die meisten Treuenbrietzener – würden gerade solche Ortsbräuche niemals missen. Jedenfalls sehen wir, dass sie in der Tat auch nicht so bald verschwinden werden. Dafür sorgt schon unsere so gern ‚Schätze sammelnde’ Jugend, der auch fast jeder spendet, solange dabei die Grenzen des Wohlanstandes nicht überschritten werden, selbst wenn es bei dem Hersagen des bekannten: ‚Ich bin der kleine König usw.’ etwas stürmisch hergehen sollte.“ (TZ,05.02.1913)

Über die Bedeutung der „Elle“ heißt es 1936 in der Zeitschrift Zauche Fläming Heimat:
Viele junge Leute im Fläming schenkten ihren Bräuten eine Elle. Darin hatten sie mit viel Liebe Verse, Blumen und allerhand Symbole eingeschnitzt. Dazu kam der Name der Braut. Die Verzierungen wurden noch mit Siegellack ausgefüllt. Einige dieser Ellen wurden dem Museum in Treuenbrietzen übergeben, sind dort aber heute nicht mehr vorhanden. (ZFH,04/1936)

Aus alter Zeit(ung):
Vorgärten in der Großstraße
Im Jahre 1904 verschwanden vor der Oberpfarre in der Großstraße die beiden Vorgärten, Reste aus grauer Vorzeit. Von ihrem Dasein ist bereits in den ältesten Akten der Kirche die Rede. Am 11. April 1861 gestattete der Magistrat dem damaligen Superintendenten SCHRÖTER den Weiterbestand der beiden kleinen, jetzt verschwundenen Gärten. „Bis vor 60 – 70 Jahren hatte auf der Südseite der Großstraße fast jedes Haus von der Marienkirche bis zur Töpferstraße kleine Vorgärtchen, die, ungeachtet der geringen Ansprüche, die man damals an ihr Aussehen stellte, ein freundliches Bild der Straße gaben. Aber bei Regenzeiten standen auch daneben tiefe Wasserpfützen, auf denen die Gänse und Enten sich vergnügten und den daneben fließenden ‚Bach‘ fast immer als ihre rechtliche Domäne betrachteten.“ (ZBZ,20.10.03)

Gefunden von: Ernst- Peter RABENHORST
Erschienen in Treuenbrietzener Nachrichten 04/08

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