Verschwundene Gasthöfe in Treuenbrietzen

Frohnsdorf-4-v1937 In Treuenbrietzen scheint sich eine neue Tradition herauszubilden, die „Kneipennacht“. In diesem Zusammenhang soll hier einmal an die Vorläufer der heutigen „Kneipen“ erinnert werden, an Gaststätten, die inzwischen aus dem Stadtbild verschwunden sind, weil sie einer anderen Nutzung zugeführt oder abgerissen wurden.

Der Ratskeller
Die erste überlieferte Nachricht über eine Gaststätte in Treuenbrietzen stammt aus dem Jahre 1525. In diesem Jahr wird dem Rat durch die Stadtordnung auferlegt, „den Stadtkeller mit fremdem Bier und Wein zu versorgen in Anbetracht, daß eine Landstraße durch die Stadt führt.“ Doch 1669 wird es dem Ratswirt verboten, fremdes Bier auszuschenken. Im Protokollbuch über die Verpachtung des Ratskellers heißt es: Am 21.12.1669 hat der Rat Gottfried BREHNER den Ratskeller auf drei Jahre gepachtet. Er darf dort hiesiges Stadtbier, diverse Weine und Branntwein ausschenken. Das Bier kauft er von den Bürgern, Branntwein muß er selber brennen oder von hiesigen Brennern kaufen. Weine kann er holen, wo er will. Daneben kann er sich „Hackenware“ zulegen, wie Hering, holländischen Käse, Butter oder andere Waren, die reisende Menschen benötigen. Dafür zahlt er dem Rat eine jährliche Pacht… Nach 3 Jahren wird neu über den Vertrag verhandelt. Bei Übernahme des Ratskellers wird ein Inventarium erstellt und dem Mieter Gottfried BREHNER übergeben. Er ist verpflichtet, den baulichen Zustand zu erhalten. („Der Ratskeller von Treuenbrietzen“, in:ZFH,29/1936)
Um 1700 vermietet der Rat den Stadtkeller für jährlich 15 bis 25 Taler. Der Pächter hatte die Verpflichtung und Berechtigung, „ihn  mit aus- und inländischen Bieren und Weinen zu verlegen und fremde Leute bei durchgehender Landstraße zu beherbergen.“(PISCHON,S.158). In dem 1738 umgebauten Rathaus befand sich die Wohnung für den Pächter des Stadtkellers im Souterrain, direkt neben dem Gefängnis für ungehorsame Bürger. In der unteren Etage des Rathauses lag die Gaststube des Ratskellers. (Pischon,S.203).
Um 1800 waren die Räume des Ratskellerwirtes mit Fliesen ausgelegt. Dort war es so feucht, dass sich zahlreiche Schnecken einfanden. Deshalb verlangte der Wirt, dass die Stuben mit Dielen ausgelegt werden. 1840 wurde der Ratskeller vom Fleischer für eine Abgabe von jährlich 80 Talern gepachtet. Im ersten Stock des Rathauses befand sich ein großer Saal von 33 Fuß Länge und 18 Fuß Breite. Dieser Saal stand dem Ratskellerwirt für größere Veranstaltungen zur Verfügung. Während des 30-jährigen Krieges wurden hier Hochzeiten abgehalten, 1819 spielte hier mehrere Monate eine Theatertruppe. Bei schlechtem Wetter exerzierten dort sogar die Soldaten der Treuenbrietzener Garnison. Dem gebot der Rat durch die Errichtung einer Bretterwand mitten durch den Saal Einhalt. (BRACHWITZ, „Vom Rathaus in Treuenbrietzen“, in: ZFH,16/1937)

Die acht ältesten Gaststätten und Herbergen
Um 1850 gab es in Treuenbrietzen acht Gastwirtschaften, die heute aber alle nicht mehr existieren:
1.    Das „Hotel zum Stern“ oder „Goldener Stern“ (FELGENTREU) in der Großstraße 14. 1893 schreibt die Lokalzeitung über diesen Gasthof: „FELGENTREU’ s Gasthof reiht sich jetzt, was Einrichtung und Dekoration sowie Zahl der Fremdenzimmer betrifft, unseren hiesigen besseren und besten Hotelunternehmungen an. Der rührige Besitzer und seine aufmerksame, fürsorgliche Gattin sind bei einer großen Anzahl in Treuenbrietzen einkehrender Fremder sehr wohl bekannt und erfreuen sich seit langer Zeit großer Beliebtheit. Der erst jetzt ganz vollendete Umbau der gastlichen Aufnahmeräume hat die Herstellung von mehreren neuen Logierzimmern ermöglicht. Speise und Trank sowie Logismiete ist mäßig im Preise, aber die Beköstigung eine gediegen bürgerliche und gute. Herr FELGENTREU hat keine Kosten gescheut, um seinen Gästen für die Zeit ihres Aufenthaltes ein gemütliches Heim zu bereiten.“ (ZBZ,26.09.1893). 1926 verstirbt der Landwirt und Gasthofbesitzer Fritz FELGENTREU. Er hatte 23 Jahre lang, bis 1919, auch der Stadtverordnetenversammlung in Treuenbrietzen angehört. (TZ,20.03.1926). Das Hotel übernimmt jetzt sein Sohn Ernst FELGENTREU, dessen Frau Johanna, geb. RUHLE, von Anfang an in der Gastwirtschaft mitarbeitet. Das Hotel verfügt nun über 6 Fremdenzimmer mit 9 Betten. 1956  wird dem Antrag von Johanna FELGENTREU auf Weiterführung der Gaststätte zugestimmt. (Protokoll Ratssitzung vom 09.08.56). Sie verpachtet die Gaststätte an Wilhelm ABRAMOWSKI, der seit 1960 ein Gewerbe als Hausschlächter besitzt. 1966 entzieht der Rat der Stadt dem Pächter ABRAMOWSKI die Gewerbeerlaubnis. (Protokoll Ratssitzung vom 10.03.1966). Die Gaststätte wird zu einer Betriebsküche der HO, die Fremdenzimmer werden in Wohnungen umgewandelt. (Protokoll Ratssitzung vom 07.07.66). Später zieht dort ein Delikatessen- Laden ein.

2.    Der Gasthof „Zum Posthorn“ (JAENICKE) in der Großstraße 13 . Zur Zeit Friedrichs des Großen gab es in Treuenbrietzen nur einen Gasthof. Es war der Gasthof „Zum Roten Adler“, der sich im Besitz des Bürgers und Brauers ZOBERBIER befand. Für die durchreisenden Fremden war ein Gasthof zu wenig. Deshalb beantragte Postmeister SIETZE beim König die Einrichtung eines zweiten Gasthofes. Die Erlaubnis wurde SIETZE erteilt, das Privileg wurde am 07.11.1754 in Berlin ausgestellt. Es sollte danach auch dem künftigen Postmeister unbenommen sein, die mit den gewöhnlichen und Extra- Posten ankommenden Gäste zu bewirten. Johann Christoph SIETZE nannte den Gasthof „Zum goldenen Posthorn“. („Der Gasthof ‚Zum goldenen Posthorn‘ in Treuenbrietzen“, in:ZFH,24/1936). Seit 1794 ist die Gaststätte „Zum Posthorn“ im Besitz der Familie JAENICKE. 1947 wird dem Hotelbesitzer und Heimatschriftsteller Arthur JAENICKE die Gewerbegenehmigung auf Grund der Direktive Nr. 24 des Alliierten Kontrollrates entzogen, weil Arthur JAENICKE  von 1934 bis 1939 Mitglied der NSDAP war. In einem Schreiben der Provinzialregierung Mark Brandenburg heißt es grundsätzlich zu dieser Frage: „Bei Konzessionsgenehmigung müssen wir einen sehr strengen Maßstab anlegen und vermeiden, daß Mitgliedern der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen Konzessionen erteilt werden, denn Gastwirtschaften sind bekanntlich Versammlungspunkte aller Bevölkerungsschichten, wo sehr oft politische Gespräche geführt werden. Wenn der Konzessionsinhaber politisch nicht zuverlässig ist, so bestünde die Möglichkeit, daß sich im Laufe der Zeit faschistische Herde wieder bilden, die von ihren Versammlungsorten ihre unterirdische Tätigkeit ausüben." (Gewerbeakte Rathaus). 1950 erhält Arthur JAENICKE noch einmal die Gewerbegenehmigung für den Weiterbetrieb seiner Gaststätte. Die endgültige Abmeldung der zuletzt als Kommissions-Gaststätte betrieben Einrichtung „Zum Posthorn“ erfolgt am 30.09.1973. (Gewerbeakte Rathaus). Jetzt entsteht dort eine Spezialverkaufsstelle für Tabak und Spirituosen. Einen Gewerberaum von JAENICKE erhält die Neuapostolische Gemeinde, die bis dahin ihre Gottesdienste in der Leipziger Straße 3 abhielt.

3.    Das Hotel „KERSTEIN“ in der Großstraße 28. Es handelt sich hier wohl um das älteste Hotel in Treuenbrietzen. Bereits 1698 erhielt der Wirt seine Konzession für ein Gasthaus, das sich damals „Roter Adler“ nannte. (Fritz TURLEY in: TN,03.09.1993). 1924 war das Hotel KERSTEIN das „erste Hotel am Platze“, wie es in einer Annonce heißt. Hinter dem Hotel befand sich der Kinosaal des „Metropol“. Wer ins Kino wollte, mußte durch das Hotel gehen. 1929 ist das Hotel „KERSTEIN“ in den Besitz von August REICHERT übergegangen. Das Hotel einschließlich des schönen Saales soll seinen alten Ruf wiederherstellen. (TZ,15.06.1929). Am Ende des Zweiten Weltkrieges wird das Gebäude total zerstört. Zahnarzt KÜHLKE errichtet für sich auf der Brandstelle ein neues Haus.

4.    Die Gastwirtschaft „Zur Sonne“ in der Großstraße 15. Der Gastwirt Friedrich BEHRENDT betrieb in diesem Gebäude seit 1892 eine Gaststätte mit Hotel. 1908 verkauft Gustav EHRENSACK seine Landwirtschaft in Pechüle und siedelt nach Treuenbrietzen über, wo er die BEHRENDT’ sche Gastwirtschaft „Zur Sonne“, verbunden mit Landwirtschaft, erwirbt. Als sein einziger Sohn stirbt und das Grundstück teilweise durch Feuer zerstört wird, gibt er Gastwirtschaft und Landwirtschaft auf und lässt das Gebäude für die Bank für Landwirtschaft umbauen. (TZ,16.12.1933). Nach 1945 zieht die Deutsche Post dort ein und verbleibt darin bis zu ihrer Schließung im Jahre 1999. Ab 2001 beherbergt die ehemalige Gaststätte eine Filiale der Berliner Volksbank.

5.    Das Casino- Café“ in der Großstraße 66. (EILERS). Um 1820 befand sich hier die Bäckerei von Bäcker und Orgelbauer Tobias TURLEY. 1930 war es das vornehmste und beste Café am Platze. Ab 1938 hatte als letzter Konditormeister Hans EILERS den Betrieb inne, 1944 geht die Bäckerei EILERS in der Großstraße 66 ein. Nach 1950 gab es noch einmal den Versuch,  den Gaststättenbetrieb in diesem Hause durch die Einrichtung der HO-Gaststätte „Sabinchen-Klause“ neu zu beleben. Ab 1990 übernahm Gisela HEINZE die  „Sabinchenklause“ für einige Jahre als private Gaststätte. Heute befinden sich dort ein  China-Imbiß und ein Gebrauchtwarenladen.

6.    Das Restaurant „Zum Kronprinzen“ in der  Breiten Straße 70/Ecke Bäckerstraße (LETZ). 1908 wird in der Gaststätte „Zum Kronprinzen von Preußen“ eine Niederlage für alkoholfreie Getränke der Ersten Luckenwalder Mineralwasser-Fabrik eingerichtet. (ZBZ,05.02.1908). Ein Jahr später geht das August SCHLUNKE’ sche Restaurationsgrundstück durch Kauf an den Hüfnersohn Paul SEEHAUS aus Niebel. (ZBZ,27.07.1909). Der verkauft sein Restaurant „Zum Kronprinzen“ an den Landwirt Willy REUTER aus Zauchwitz. (TZ,08.10.1913). 1920 übernimmt Else LETZ, geb. REUTER, die Gaststätte, die seit Generationen besteht und seit 1913 die Rechte für Schank und Übernachtung besitzt. Von April 1945 bis November 1946 wird das Haus von der Besatzungsmacht beschlagnahmt. Else LETZ ist die letzte Inhaberin. Sie meldet das Gewerbe am 30.Juni 1961 ab. (Gewerbeakte Rathaus)

7.    Die Herberge in der Bäckerstraße 27. (LAUBVOGEL). Das Haus in der Bäckerstraße 27 wird um 1850 als Herberge erwähnt. 1887 bezieht der evangelische Männer- und Jünglingsverein dort ein geräumiges Lokal. Das Vereinslokal ist von den Wirtschaftsräumen vollständig getrennt. (ZBZ,05.11.1887). Gastwirt und Hausbesitzer ist zu dieser Zeit Ferdinand SCHMIDT, ihm folgt später GÄBELT. Schon 1930 werden die Räume nicht mehr als Gaststätte genutzt. Max GÄBELT, wie auch seine Nachfolger Kaufmann Willi LAUBVOGEL und Kaufmann Herbert UNGER, haben sich auf den Handel mit Molkereiprodukten spezialisiert. Auch nach 1945 ist hier eine Milchhandlung. Paul DITTMANN wirbt 1955 für seine Produkte mit dem Spruch: „Willst Du Dich an Milch und Käse laben, mußt Du sie von Paul DITTMANN haben.“ (Anzeige in Heimatschrift der Stadt Treuenbrietzen,1955).

8.    Gaststätte BEHRENDT in der Großstraße 99 .Diese alte Gastwirtschaft hat um 1900 ihren Betrieb bereits eingestellt. 1919 eröffnet Uhrmacher Wilhelm BEHRENDT hier eine Uhrenreparatur- Werkstatt. (TZ,02.04.1919). Und 1933 verlegt Hermann MEHLIS sein Geschäft für Holz-, Korb-, Seiler- und Bürstenwaren aus der Leipziger Straße 200 in die Großstraße 99. (TZ,13.04.1933)

Die acht Tabagien
Seit dem 19.Jahrhundert verbreitete sich auch bei den Treuenbrietzener der Wunsch, ihre Sonn- und Feiertage außerhalb der Stadtmauern in der Natur und bei freundlicher Bewirtung zu verbringen. Um diesen Wünschen entgegenzukommen, entstanden in mehr oder weniger weiter Entfernung vom Stadtzentrum acht Gasthäuser, so genannte „Tabagien“, die bald zu beliebten Ausflugszielen wurden. Der Name Tabagie kommt daher, dass es nach Einführung des Tabaks wegen der hohen Brandgefahr anfangs nur gestattet war, außerhalb der Stadt zu rauchen. Die acht  Tabagien vor den Toren der Stadt waren:

1.    HASELOFF. Die Gaststätte HASELOFF mit Tanzsaal befand sich in der Belziger Straße 36, direkt an der Kurve, an der sich die Straßen nach Belzig und Brück trennen. Wegen der Nähe zum Friedhof wurde die Gaststätte im Volksmund auch „Knochenberg“ genannt. Erstmals in der Lokalpresse erwähnt wird die Tabagie 1867. Damals wurde der Antrag des Tabagisten FIERING, ihm den gegenüber seiner Gaststätte gelegenen alten Friedhof für 500 Taler zu überlassen, von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. (WT,14.08.1867). 1925 feiert der Gastwirt Gustav HASELOFF Silberhochzeit und gleichzeitig sein 25-jähriges Geschäftsjubiläum. (TZ,10.10.1925). „HASELOFF‘ s Restaurant“ bietet kalte und warme Speisen zu jeder Jahreszeit. Es preist in einer Annonce von 1930 den angenehmen Gartenaufenthalt, den schönen Tanzsaal, das Vereinszimmer und die Ausspannung an. 1940 stirbt Gastwirt Gustav HASELOFF im Alter von 75 Jahren. (Streiter,01.07.1940). Die Gastwirtschaft wird bei den Bombenangriffen im April 1945 durch einen Volltreffer total zerstört. Töpfer KNÜPPELHOLZ kauft das Grundstück von Gastwirt HASELOFF. Es wird dort ein neues Haus gebaut, aber die Geschichte der Gaststätte war zu Ende.

2.    HEESE (Volkshaus). Die Gaststätte HEESE befand sich in der Leipziger Straße 4. Bereits 1864, als es die heutige Bebauung in der Leipziger Straße noch nicht gab, informierte der damalige Besitzer E. SOEFFNER die Treuenbrietzener, dass sein Garten- Lokal ab Karfreitag geöffnet ist. (WT,23.03.1864). Und 1869 schreibt die Lokalzeitung: „Wir machen unsere Leser auf den herrlichen Rosenflor im Garten des Tabagisten Hrn. SOEFFNER aufmerksam. Wohl selten findet man in einem öffentlichen Garten eine so herrliche Sammlung der Königin der Blumen, wie dort. Vom zartesten Weiß durch alle Schattierungen von gelb und rot bis zum dunkelsten Braun hin sind die Farben hier vertreten, und fast alle in Pracht-Exemplaren.“ (WT,16.06.1869). 1893, als das Haus bereits im Besitz von HEESE ist,  stellt Maurermeister und Architekt RÜGER den Konzert- und Tanzsaal bei HEESE fertig. „Das Gebäude ist im Schweizerhallenstil gehalten, der Plafond, von verzierten starken Balken getragen, teilt das Dach ab. Gegenüber dem Haupteingange des Saales befindet sich eine Theaterbühne mit kellerhohem Unterraum, rechts und links liegen die Garderoben nebst Toiletteeinrichtungen und vor diesen genügen der Raum für Theaterdekorationen und Requisiten. Der Saal selbst, 18 Meter tief und 15 Meter breit, stellt durch seine zwei Pfeilerreihen rechts und links drei Abteilungen dar, in der Mitte den Tanz- resp. Zuhörerraum, an den beiden je 5 Meter breiten Seiten Räume zur Unterhaltung. Die Bühne hat eine Tiefe von 6 Meter und eine Breite von 8 Meter, bietet dadurch zur Aufführung größerer dramatischer Werke recht gute Gelegenheit. Die Bühnen-Öffnung beträgt 5 Meter 50, ein geschmackvoller, wenn auch einfacher Vorhang bedeckt sie. Rechts vom Eingang öffnet sich das Büffet, dem sich die recht geräumigen Gelasse für Aufbewahrung und Aufstapelung der Genüsse für durstige Kehlen und hungrige Magen anreihen. Vor dem Konzertsaal liegen die Gesellschafts- und Vereinszimmer. Das Orchester sieht sich quer gegenüber der Bühne über dem Büffet beherbergt, die Zugangstreppe links im Saale ist freilich dem Baustil angemessen, hätte aber lieber außerhalb des Saales angebracht werden sollen. Um die Herstellung dieses Herrn HEESE wirklich zum Ruhme gelangenden Etablissements haben sich außer dem Maurermeister Herrn RÜGER, welcher die Maurerarbeiten sämtlicher Lokalitäten ausführte, Herr Zimmermeister HANNEMANN für die Zimmermannsarbeiten des Saales, für die Nebengebäude die Herren Gebrüder BEYER, ebenso um die dekorative Ausstellung durch Malerarbeiten die Herren KLEBITZ und GLOBIG verdient gemacht. Für die Anfertigung der Schlosserarbeit trat Herr Schlossermeister KAYSER ein, der seine allseitige Fertigkeit vielfach erproben ließ.“ Am 5.Oktober 1893 findet die offizielle Einweihung des neuen Gebäudes statt. (ZBZ,04.10.1893). 1926 übernimmt der Ökonom Paul RICHTER für die Volkshaus-Vereinigung das Lokal von Albert HEESE, der dort seit dem 1.April 1890 gewirkt hatte. Jetzt führt es den Namen „Volkshaus-Restaurant“. Der große öffentliche Einweihungsball findet am 17.Oktober 1926 statt. (TZ,16.10.26). 1933 endet die Geschichte der Gaststätte HEESE, die zuletzt ein „Volkshaus“ war. Die NSDAP nimmt das Gebäude in Besitz und richtet dort ihre Kreisleitung für den Kreis Zauch-Belzig ein.

wird fortgesetzt.

Zusammengestellt von Ernst-Peter Rabenhorst in den Heimatblättern 05/2008

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