Ein Landrat als dritter Ehrenbürger

Zusammengestellt von Ernst- Peter Rabenhorst

Nach Bürgermeister Wilhelm HEMPEL, der nach der März- Revolution von 1848 die Finanzen der Stadt Treuenbrietzen in Ordnung brachte und so der Stadt einen wirtschaftlichen Neuanfang ermöglichte, und Carl August PAUCKERT, der sich in der zweiten Hälfte  des 19.Jahrhunderts durch die Anlage eines städtischen Parks bleibende Verdienste um die Verschönerung der Stadt Treuenbrietzen erwarb, wurde der Landrat des Kreises Zauch-Belzig, Bernhard von TSCHIRSCHKY, im Jahre 1914 dritter Ehrenbürger der Stadt Treuenbrietzen. Mit dieser Ehrung sollten wohl  in erster Linie die Verdienste des Landrats um die Brandenburgische Städtebahn und den Anschluss Treuenbrietzens an diese Strecke gewürdigt werden.

Die Überreichung der Ehrenbürgerurkunde

Am 2.Januar 1914 beschließt der Magistrat der Stadt Treuenbrietzen einstimmig, „dem Herrn Landrat Bernhard von TSCHIRSCHKY und BOEGENDORFF in Belzig in dankbarer Anerkennung der von ihm während seiner sechzehnjährigen Wirkung an der Spitze der Kreisverwaltung um die Stadt Treuenbrietzen sich erworbenen vielfachen Verdienste das Ehrenbürgerrecht der Stadt zu erteilen.“ Bald darauf erklärt auch die Stadtverordnetenversammlung mit Einstimmigkeit ihr Einverständnis mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an den Landrat Bernhard von TSCHIRSCHKY und BOEGENDORFF. (Protokoll SV,16.01.1914)

Mit Schreiben vom 19.Januar 1914 nimmt der Landrat die Ehrenbürgerschaft an. Gleichzeitig lädt er alle Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung ein, nach Überreichung der Ehrenbürgerurkunde seine und seiner Frau Gäste in ihrem Hause zu sein.

Am 16.Februar bewilligt die Stadtverordnetenversammlung die Kosten in Höhe von 200 Mark für die Anfertigung der Ehrenbürgerurkunde. Die Urkunde wird von dem Kunstmaler und Hoflithographen Seiner Majestät des Kaisers und Königs, Karl HACKER aus Berlin gefertigt und hat folgendes Aussehen: Eine allegorische Figur mit der Mauerkrone, die Stadt Treuenbrietzen darstellend, überreicht auf einem Kissen den Ehrenbürgerbrief. Oberhalb befindet sich das Monogramm des künftigen Ehrenbürgers, unterhalb in einer ornamentalen Kartusche erblickt man eine Ansicht des Rathauses sowie das lateinische Distichon; seitlich daneben das Stadtwappen. Das ganze ist farbig ausgeführt und mit Lorbeer- und Eichenzweigen durchrankt. Innerhalb der Randzeichnung befindet sich der mit Initialen verzierte Text: Wir Magistrat und Stadtverordnete der Stadt Treuenbrietzen beurkunden hierdurch, dass wir Herrn Bernhard von TSCHIRSKY und BOEGENDORF in Anerkennung seiner Verdienste, die er sich um die Stadt erworben hat, zum Ehrenbürger ernannt haben, als einen Beweis unserer und der ganzen Bürgerschaft Dankbarkeit. Dessen zu Urkund ist ihm dieser Ehrenbürgerbrief ausgefertigt und mit unserer Unterschrift und Siegel versehen.

Treuenbrietzen, den 28. März 1914.

Der Magistrat              Die Stadtverordneten.

Zunächst wird der Ehrenbürgerbrief in einem Schaufenster von Buchbindermeister PETERMAN öffentlich ausgestellt. Er ist von einem kunstvoll geschnitzten Rahmen umgeben, einer Arbeit des Treuenbrietzener Künstlers Paul NÄTHE. „Der starke massige Rahmen zeigt zwei mächtige Eichen, der untere Teil bildet das knorrige Wurzenwerk der Bäume, die Längsseiten mächtige Eichenstämme und der obere Teil das Gezweig mit den Blättern; in der Mitte befindet sich das Wappen der Stadt Treuenbrietzen. Diese Arbeit, die von Herrn NÄTHE auch selbst entworfen ist, ist von Kennern als Kunstwerk anerkannt worden…“ (TZ,22.03.1914)

Die Übergabe des Ehrenbürgerbriefes erfolgt am 28.März 1914. Die Fahrt nach Belzig erfolgt in einem Sonderzug der Brandenburgischen Städtebahn, der aus der Lokomotive und einem Salonwagen besteht, für den sich die Kosten auf 108,90 Mark belaufen. Der Zug ist um 5 Uhr nachmittags in Belzig und fährt abends um 10 Uhr zurück. Insgesamt machen sich 22 Stadtverordnete und acht Ratsmitglieder auf den Weg. Auch Marktmeister SEIDEL fährt mit, er ist für den Transport der Ehrenbürger- Votivtafel verantwortlich. Der Frau des Landrates wird ein Blumenstrauß überreicht. (BLHA, Rep. 8 Treuenbrietzen Nr. 85)

Der Ehrenbürger und die Städtebahn

Über das Leben und die Verdienste des Landrates Bernhard von TSCHIRSKY und BOEGENDORF berichtet Markus VETTE in seinem 2008 erschienenen Buch „Wer seinem Stern folgt. Zum Leben und Wirken der Landräte des Kreises Zauch-Belzig 1815 – 1945“. Aus dieser Veröffentlichung stammen die folgenden Auszüge.

Bernhard Hans Levin von TSCHIRSCHKY: Landrat 1898 – 1918

Bernhard Hans Levin von TSCHIRSCHKY wurde am 5.Oktober 1862 geboren, war evangelisch, wurde im Oktober 1887 Kammergerichts-Referendar, danach Regierungs-Referendar in Potsdam und 1893 Regierungs-Assessor. Seine Militärverhältnisse lauten: Er war Premierleutnant der Reserve des Kürassier- Regiments Kaiser NIKOLAUS I. von Russland (Brandenburgisches) Nr. 6. Beruflich assistierte er dem Landrat von Westhavelland in Rathenow und zeigte, dass er „hervorragende praktische Beanlagung, große Gewandtheit und gute Geschäftskenntnisse verbindet“. Mit diesen Voraussetzungen erfüllte er die üblichen Kriterien der Laufbahn eines preußischen Landrats.

Nach Rudolph von STÜLPNAGEL wurde er zum Ende des 19.Jahrhunderts Landrat und war dies von 1898 bis 1918. Er war der letzte „Königliche Landrat“ des Kreises Zauch- Belzig.

Am 22.Juni 1898 nahm von STÜLPNAGEL Abschied vor dem Kreistag und Bernhard von TSCHIRSCHKY trat kommissarisch in die Geschäfte ein.

Für den neuen Landrat Bernhard von TSCHIRSCHKY sollten statt der Dienstwohnung des Landrats jährlich 1.000 Mark gezahlt werden. Im Jahre 1910 wurden für diesen Zweck 3.000 Mark angegeben. Bernhard von TSCHIRSCHKY wurde später als Besitzer von Klein Glien geführt, mit dem Hinweis, er sei der Sohn des 1881 verstorbenen früheren Landrats.

Bernhard Hans Levin von TSCHIRSCHKY heiratete am 27.September 1894 in Malitsch Klara von SPRENGER (geb. 1874). Die Ehe wurde 1909 geschieden. Sie verheiratete sich wieder mit Herrn Carl BRANDT von LINDAU, dem Besitzer von Wiesenburg/Mark. Bernhard Hans Levin heiratete erneut. Am 29.Oktober 1910 nahm er Margarethe von RATHENOW (geb. 1866 in Waitze) zur Frau…

Mit Beschluss des Ministeriums vom 2.Februar 1910 wurde dem Landrat von TSCHIRSCHKY und BOEGENDORFF in Belzig der Königliche Kronenorden dritter Klasse verliehen. – Die handschriftliche Eintragung dazu „Bau einer katholischen Kirche in Kloster Lehnin“ weist auf die Ansiedlung von oft katholischen Arbeitern an Fabrikstandorten wie Lehnin hin. Mit der Gründung von Fabriken kamen auch andernorts katholische Arbeiter nach Brandenburg und bauten bald für die Gemeinden die Kirche.

Aus dem Jahre 1913 belegt eine Akte die Berechnung eines Fahrkostenzuschusses für den Landrat. Die Wege im Landkreis waren weit, Orte waren noch immer schlecht erreichbar und das Reisen entsprechend mühsam. 1916 unterhielt der Landrat noch drei Pferde. Ein weiterer Antrag auf Fahrkostenzuschuss aus dem Jahre 1917 bekräftigt diese Besonderheit. Bis ins Jahr 1918 war die Steuerveranlagungskommission im Kreishause, anschließend mussten Privaträume gemietet werden.

Bernhard Hans Levin als dritter Landrat der Familie wurde 1918/19 aus dem Landratsamt gedrängt. Unmittelbar von den Arbeiter- und Soldatenräten abgelöst wurden die Landräte von Templin, Westhavelland und Zauch-Belzig. Im Jahr nach der Novemberrevolution kam es in Preußen mit veränderten Machtverhältnissen in den Kreistagen zu einem „Landratsschub“: Eine Reihe von Landräten wurde neu gewählt. Im Jahre 1932 wechselte übrigens Hermann GÖRING in Preußen erneut zahlreiche Landräte aus. Während des Jahres 1919 bestand in der Potsdamer Regierung die Absicht, Landrat von TSCHIRSCHKY wieder einzusetzen.

Doch gegen die Wiedereinsetzung von Landrat von TSCHIRSCHKY und BOEGENDORFF wurde nicht nur unmittelbar im November 1918 opponiert, als zwei Belziger Bürger als Vertreter des Belziger Arbeiterrates, Oscar PREUSS und Albert REICHHARDT, beim Innenministerium Einspruch einlegten. Viele Bürger äußerten, sie wollten unter dem Landrat nicht wieder arbeiten. Auch sollten die finanziellen Verhältnisse der Kriegswirtschaft in der Kreiskornstelle, insbesondere die Verwendung von 200.000 Mark geklärt werden. Eine Einrichtung in dieser Form gab es nur im Kreis Zauch-Belzig, sie war kriegsbedingt für die Versorgung gebildet worden. Eine längere Zeit dauernde Untersuchung, wozu die Kontrolleure neben ihrem Eifer und ihrem Interesse selbst noch fachliche Unterstützung benötigten und diese erhielten, erbrachte in der Sache keinen Vorwurf gegen den bisherigen Landrat, doch als Person verlor er die politische Handlungsfähigkeit, sodass ihm nur noch der Rücktritt blieb.

Bernhard Hans Levin von TSCHIRSCHKY lebte und wirtschaftete nach seinem Ausscheiden aus dem Amt bald auf Klein Glien. Ab der Jahrhundertwende wurden die Kinder der Familie von TSCHIRSCHKY und BOEGENDORFF in Belzig geboren, wo die Straße am Landratsamt den Namen TSCHIRSCHKY- Straße trug. Das öffentliche und politische Wirken von Bernhard von TSCHIRSCHKY ging 1919 nicht zu Ende.

Das Landratsamt sollte ab Juni 1919 Werner FREUND vertreten, doch dies verzögerte sich gesundheitlich bedingt. Werner FREUND wurde erst am 10.Oktober von der Preußischen Staatsregierung ernannt.

Des bisherigen Landrats Bernhard von TSCHIRSCHKY Abschiedsgesuch datiert vom 1.Juli 1919.

Bernhard von TSCHIRSCHKYS Wirken: Eisenbahnbau

Nachdem unter Landrat von STÜLPNAGEL die Wetzlarer Bahn gebaut wurde, sollte der dritte Landrat der Familie, Bernhard von TSCHIRSCHKY, zur Jahrhundertwende immer wieder mit dem Eisenbahnbau befasst sein. Nach den Fernbahnen, die unter seinem Großvater entstanden, und der Wetzlarer Bahn ging es zur Jahrhundertwende dreifach um die Eisenbahn. Zunächst wurden neue Haltestellen entlang der vorhandenen Fernbahnen beantragt. Danach wurden Nebenbahnen, im Landkreis Zauch-Belzig in Form der Brandenburger Städtebahn geplant und gebaut, und schließlich eine Kleinbahn errichtet, die vor allem die Infrastruktur von Industriestandorten verbessern sollte.

Erneut waren vielfach konkurrierende Interessen abzuwägen.

Die Brandenburger Städtebahn erforderte das Zusammenwirken von mehreren Landkreisen und der Chur- und Hauptstadt Brandenburg (Havel) in der Provinz. Im April 1900 wurde die Streckenführung im Kreis Zauch-Belzig für die Strecke Belzig– Brandenburg der Städtebahn diskutiert.  Die Strecke sollte über Seedoche, Lüsse, Baitz, Schwanebeck, Fredersdorf, Lütte, Dippmannsdorf, Ragösen, Golzow Gut und Gemeinde, Pernitz, Grüneiche Gut und Gemeinde, Krahne Gut und Gemeinde, Reckahn Gut und Gemeinde, Göttin Gemeinde verlaufen.

Im Mai 1900 war dem Landrat über die Verlegung des Bahnhofs bei Golßen zu berichten. Danach berichtete am 23.Mai Landrat von TSCHIRSCHKY über die Auslegung des Planes für den Bahnbau an den Regierungspräsidenten in Potsdam. Der Ortsvorsteher HENNING in Cammer schlug die Verlegung des Golzower Bahnhofs vor, was der Landrat bereits unterstützt hatte. Doch das Bahncomite blieb bei dem ursprünglichen Plan, denn auch Pernitz und Grüneiche wollten den Golzower Bahnhof „in ihrem Interesse“ verlegt wissen. Darüber mussten noch „Erörterungen angestrengt“ werden, hieß es. Am 11.Mai 1900 hatte man sich aus Cammer, Pernitz, Oberjünne, Michelsdorf, Damelang direkt an den Potsdamer Regierungspräsidenten wegen der Verlegung des Golzower Bahnhofs gewandt. Herr HENNING bat um einen Termin, das Anliegen vorzutragen.

Der Regierungspräsident lud den Belziger Landrat zu einem Lokaltermin am 13./14.Juni 19000 nach Brandenburg/Havel ein, bei Nichterscheinen müsse er damit rechnen, dass seine Einwendungen nicht mehr berücksichtigt werden. 68 Einwendungen waren zu verhandeln, davon immerhin 28 aus dem Kreis Zauch-Belzig. So sollte auf dem Belziger Bahnhof eine Brücke über die bereits bestehende Staatsbahn errichtet werden, auch der Geheime Regierungsrat von STÜLPNAGEL hatte einen Vorschlag zum Überweg über die Bahn unterbreitet.

Am 9.Juni 1900 musste der Landrat über die „Telegraphie des Deutschen Reiches“ in Potsdam nachfragen, wann denn die Gemeinden zur Anhörung beim Assessor von HOUWALD zu erscheinen hätten. Der Vermerk auf dem Telegramm, „Die Verfügung vom 5. Juni muss doch beim Landrat eingegangen sein!“, betraf den Belziger Landrat und deutet auf ein Kommunikationsproblem hin. Ein Kostenanschlag vom Unternehmer für die Städtebahn über 12.500.000 Mark lag über dem Anschlag des Ministers für öffentliche Arbeiten mit 12.000.000 Mark. Was machte den Bau teurer? Die Krümmungsradien von Kurven im Streckenverlauf waren  „im Interesse der Militärzüge“ aufwendiger zu veranschlagen, die Eisenpreise und der Geldmarkt wurden teurer. Einsparungen am Etat vorzunehmen war geboten.

Im Oktober 1900 lehnte der Minister die Golzow betreffende beantragte Verlegung des Bahnhofs ab. Im Lageplan des Bahnhofs Belzig wurde im März ein Weg „unerheblich“ verschoben.

Erst Anfang des nächsten Jahres, am 11.Februar 1901, wurde die Konzession zum Bau der Bahn durch des Königs Majestät erteilt. Sie beginnt mit der bekannten Formel „Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen…“

Die Brandenburgische Städtebahn AG hatte ein Grundkapital von 12.950.000 Mark. 15 Seiten Text der Konzession in 18 Kapiteln regelten Einzelheiten. So sollte nach der Eröffnung des Bahnverkehrs der Minister für öffentliche Arbeiten über die „Erweiterung und…Vermehrung der Gleise“ entscheiden. Der Betrieb hatte gemäß Bahnordnung der Nebenbahnen zu erfolgen. Die Brücke über die Havel bei Brandenburg war Thema mehrerer Besprechungen im Jahre 1901.

Am 14.Juni 1901 meldete der Landrat, dass der Plan für ein Anschlussgleis der Städtebahn im Bahnhof Belzig ausgelegt wurde, die Auslegung des Planes erfolgte auch in Sandberg, nur Amtsvorsteher KREUZBERG in Sandberg erhob „im sicherheitspolizeilichen Interesse“ Einspruch.

Welchen Einwand erhob Sandbergs Amtsvorsteher? Am 8.Juni 1901 schrieb KREUZBERG: Die Pläne ließen nicht erkennen, „wie die Abfahrt der Güter vom neuen Bahnhof Sandberg bei Belzig erfolgen soll. Falls der Güterverkehr über die bestehende Eisenbahnbrücke beim Bahnhof Belzig geleitet werden sollte, so ist dies meines Erachtens im polizeilichen Sicherheitsinteresse unmöglich…

Schon jetzt sind jährlich 2 bis 3 Unglücksfälle an der Eisenbahnbrücke durch die stark abfallende, in einem kurzen Bogen sich drehende Anlage zu verzeichnen. Durchgehend oder die Lasten kaum resp. gar nicht haltende Gespanne beim Herunterfahren von der Brücke sind an der Tagesordnung, es ist zu bewundern, dass nicht noch mehr Unglücksfälle vorkommen. Wohin sollte es führen, wenn nur noch über diese Brücke die schweren Lastwagen des Güterverkehrs gingen?

Mein Antrag geht dahin, die Anlage des Güterbahnhofs zu verlegen.

Der Amtsvorsteher im Amtsbezirk Sandberg

KREUZBERG“

Die Städtebahn AG beantragte im März 1901 zur „vorübergehenden Benutzung“ beim Bau in Belzig und Brandenburg einen Privatanschluss an die Staatsbahn.

Ende Juni 1901 entschied der Vorstand der Brandenburgischen Städtebahn AG, dass die Linienführung „bei Görden vor den Schießständen“ gewählt wird. Von LOEBELL unterzeichnete für die Direktion. Im Juni 1901 wurde im Landkreis Zauch-Belzig eine Streckenverlegung bei Schwanebeck erörtert. Aus Belzig erwuchsen keine Einwendungen, aus Schwanebeck schon. Eine Obstbaumschule (von Hüfner PAUL) in Schwanebeck war betroffen, der Radius der Linienführung wurde reduziert. Im Juli 1901 war bei Treuenbrietzen die Ziegeleifeldbahn des Unternehmers MANN „in Schienenhöhe“ über die Strecke zu führen. Herr PÜTZSCHLER aus Rietz hatte dasselbe Anliegen, noch im Planungsstadium. Doch die Genehmigung des Ministers erschien fraglich. Ein Brückenbau über den Rietzer Bach bei Treuenbrietzen wurde geplant. Bei der Dimensionierung wurden die Werte des Hochwassers von 1895 zu Grunde gelegt.

Am 21.August 1901 äußerte sich der Landrat erneut zum Gütertransport nach dem Dorfe Sandberg. Dieser sei gefährlich, die Zahl der Unglücksfälle dürfte sich vergrößern.

Eine Randnotiz des Regierungspräsidiums gibt dem Urteil des Belziger Landrates Recht, zudem würde die Bahn nichts ändern, die zum Bau Verpflichteten hätten die Ausgestaltung des Weges zu tragen.

Am 17.Oktober 1901 wurde der Antrag auf Genehmigung eines Haltepunktes der Brandenburgischen Städtebahn AG im Dorf Lütte angenommen, der Haltepunkt kostete 1.600 Mark. Das Gesuch datierte vom 20.März 1901. Lüttes Gemeindevorsteher G. RETTICH argumentierte, etwa 700 Einwohner im Dorf erwarteten dadurch den wirtschaftlichen Aufschwung. Der Landrat unterstützte das Anliegen. Die Dorfbewohner hätten als Alternativen nur die Bahnhöfe in Belzig oder Fredersdorf. Vor allem die Besitzer der Landschaftswiesen erwarteten mit dem Haltepunkt eine Verbesserung der Bewirtschaftung.

Am 28.Oktober 1901 wurde über die Aufnahme des Arbeitszugbetriebes in Treuenbrietzen „mit Geschwindigkeit von 20 km in der Stunde“ im Amtsblatt des Regierungspräsidenten informiert.

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