Lütgen-Zeuden eine Beschreibung von Wilhelm Leps

Dicht am Dorf Pflügkuff findet sich in südlicher Richtung ein ziemlich tiefer Teich, der ständig Wasser führt. Es ist der Teich des untergegangenen Dorfes Lütgen-Zeuden. Hier an diesem Teich waren die wenigen Gehöfte errichtet, die zu dem Dorf gehörten. Wie schon der Name andeutet, war der Ort nur klein. Auch die Flur war nicht groß, sie umfasste nur 12 Hufen. Lütgen-Zeuden war eine Gründung der Kolonisationszeit, also der letzten Jahrzehnte vor 1200. Das bezeugen die blaugrauen Scherben, die auf der ehemaligen Dorfstelle aufgelesen wurden. Wann es untergegangen ist, wissen wir nicht. Nach dem Scherbenmaterial dürfte das Dorf um 1400 noch bestanden haben. Nach der Wegeführung kann man annehmen, dass Pflügkuff später gegründet worden ist, denn der Weg Zeuden – Pflügkuff hat bei seinem Austritt aus Zeuden die Richtung auf Lütgen-Zeuden, macht aber dann einen Knick auf Pflügkuff zu. Die gleiche Beobachtung lässt sich bei der Straße Schmögelsdorf – Pflügkuff machen. Lütgen Zeuden lag in einer Meereshöhe von 140 Metern. Ungünstige Bodenverhältnisse können nicht die Ursache der Wüstwerdung gewesen sein, denn die Gemarkung liegt auf fruchtbarem Geschiebemergel und umfasste sogar Teile des Lössgebietes dieser Gegend. So kann nur an eine gewaltsame Zerstörung durch Krieg oder Pest gedacht werden. Die erste urkundliche Erwähnung geschieht erst, als das Dorf längst untergegangen war, nämlich 1391 im Erbbuch des Amtes Belzig. Damals hatten die Bauern von Pflügkuff die Hufen auf der „Lütischen Mark“ in Benutzung und zwar hatte jeder Bauer entweder 2 Hufen oder auch 1 Hufe, einer hatte 1½ , ein anderer nur eine ½ Hufe. Später ist übrigens die Flur von Lütgen-Zeuden mit der von Pflügkuff vereinigt worden. Es bleibt noch die Frage offen, wie der Ort zu dem Namen Lütgen-Zeuden gekommen ist. Von verschiedenen Forschern wird angenommen, dass Dörfer mit dem Zusatz „Klein bzw. Lütgen“ Wendendörfer seien im Gegensatz zu der größeren deutschen Siedlung

(Zauche- und Fläming-Heimat, Nr. 2, 22. April 1944)

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