Neugründungen von Dörfern

Clausdorf

 

Clausdorf wurde in derselben Gegend, in welcher das alte Clausdorf im 14. Jahrhundert gelegen hat, als ein zu dem Amte Zinn angehöriges Colonistendorf in den Jahren 1748 bis 1752 aufgebaut. Die  Erbzinsverschreibung datiert vom 23. August 1752. Jeder der 10 Kolonisten: Johann Jakob Pfeifer, Johann Adam Helgenberger, Johann Martin Kolbe, Johann Davis Wassen, Andreas Jakob Brummer, Johann Michel Greter, Leonhardt Benert, Johann Otto Stephan, Christian Wolf und Anna Katharine Witwe Prinz erhielten von der alten Feldmark Clausdorf 102 Morgen Acker, 14 Morgen 18 Quadrat-Ruten Wiese und 2 Morgen zur Hofstelle und zum Hausgarten. Die nötigen Häuser, Scheunen und Ställe wurden ihnen auf königliche Kosten aufgebaut. Jeder Kolonist bekam 3 Ochsen, 2 Kühe, 20 Schafe, 3 Taler zu einer Zuchtsau, 10 Taler zu einem Wagen und Pfluge und die einmalige Aussaat an Winter- und Sommergetreide für das ihm zugewiesene Land unentgeltlich. Der Besitz an Land, Gebäuden und Inventar wurde den Kolonisten erb- und eigentümlich verschrieben. Von allen Landesabgaben “sie haben Namen wie sie wollen, sie seien erdacht oder sollen noch erdacht werden“, wurden sie von und an und zu “ewigen Zeiten“  befreit. Nur übernahm jeder Kolonist die Verpflichtung, jährlich an das Amt Zinna vom 1. Juni 1750 ab zu Martini 14 Taler 8 Groschen 11 Pfennige Erbzins und an die Pfarre zu Treuenbrietzen 2 Scheffel 5/8 Metze Roggen Berliner Maß (Meßkorn) zu entrichten. Das Schulzenamt, dem eine Dienstwiese von 4 Morgen zinsfrei überwiesen wurde, erhielt Johann Jakob Pfeifer. Auch wurde die Schulstelle mit 15 Morgen Acker, 3 Morgen Wiesenwuchs, freier Amtswohnung und Hausgarten dotiert. Sämtliche Einwohner des Dorfes erhielten das Recht, sich Raff-, Lager- und Leseholz in der sogenannten Kirchenheide zu sammeln, aber nur zu ihrer Feuerung, nicht zum Verkauf, auch das Bauholz sollte ihnen nach besonderen Anschlägen der vorgesetzten Behörde aus dieser Forst unentgeltlich angewiesen werden. Reiche die Dorfheide hierzu nicht aus, so sollten die Königlichen Forsten ihnen sowohl Brenn- als Bauholz zu ermäßigten Preisen liefern. Bier und  Branntwein sollten  die Kolonisten aus dem Amte Zinna nehmen und ihr Korn nur auf den Amtsmühlen mahlen lassen. Von jeder gewaltsamen Werbung zum Militärdienst sollten sie mit ihren Kindern und Nachkommen für alle Zeiten befreit sein.

(aus Pischon, Chronik von Treuenbrietzen)

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