Stellungnahme des Heimatvereins Treuenbrietzen e. V. zum Planfeststellungsverfahren für die Verlegung der Nieplitz in die Böllrich-Niederung der Stadt Treuenbrietzen
„Vom Gewässerunterhaltungsverband „Nieplitz“ wurden Planungsunterlagen zur Verlegung der Nieplitz vorgelegt und das Planfeststellungsverfahren eingeleitet.
Der Heimatverein Treuenbrietzen e. V. strebt die Erhaltung und Vertiefung der Heimatverbundenheit an, insbesondere in der Gemarkung der Stadt Treuenbrietzen. Darin ist die Pflege und Weiterentwicklung kultureller Gegebenheiten und Eigenarten sowie die Pflege und Entwicklung der Natur und Umwelt im Territorium enthalten. Dies schließt insbesondere auch technische Denkmale und Bodendenkmale ein. Insofern werden durch das vorgesehene Bauvorhaben die Belange und damit die Ziele des Heimatvereins Treuenbrietzen e. V. erheblich berührt.
Im Erläuterungsbericht steht, dass mit einer informellen Planung, Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung (AEP), einerseits in dem Einflussbereich des o. g. Vorhabens eine Verbesserung der wasserhaushaltlichen Situation erreicht werden soll, anderseits aber eine Verschlechterung am Nieplitz-Damm vermieden werden soll. Begründet wird das Vorhaben mit einer standunsicheren Dammlage der Nieplitz.
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In der Rubrik “Vermischtes” gibt es in unregelmäßigen Abständen interessante Textschnippsel, Fotos oder ähnliches aus Treuenbrietzen zu sehen geben.
Den Anfang machen diese beiden Landkarten:
Eine Karte des Zauch-Belzigschen Kreises aus dem Jahr 1837 und eine Kartes des Ammtes Belzigk aus dem Jahr 1758.
Die Pflegschaft des Märkischen Museums, welche vor zwei Jahren die Geschichtlichen Denkmäler Treuenbrietzens besichtigte, wird am Sonntage die bemerkenswertesten Findlingssteine des Fläming aufsuchen. Die Fahrt geht von der Station Frohnsdorf über Lüdendorf und die Schwabecker Rommel nach Luthersbrunnen (=das heutige Dietersdorf), sodann zum Finkenberg, Oken, nach Dorf Rietz und der FISCHER’schen Ziegelei. (ZBZ,16.08.03).
Geleitet wird die Pflegschaftsfahrt von Geheimrat E. FRIEDEL und Postrat STEINHARDT aus Treuenbrietzen. „Von Frohnsdorf begaben sich die Teilnehmer zunächst auf die Lüdendorfer Feldmark, wo der „Bismarck-Stein“, ein erratischer Block von 8,25 Meter Umfang, 3,2 Meter Länge und 1,7 Meter Höhe besichtigt wurde. Er liegt auf einer flachen Erhebung westlich der alten Straße von Treuenbrietzen nach Feldheim und ist der letzte der in dieser Gegend früher zahlreichen Findlingsblöcke, die nach und nach zersprengt und zu Bauzwecken verwendet sind. Der Bismarckstein war früher größer als jetzt, vermutlich ist ein Teil abgesprengt worden; jetzt soll der Block als Überrest der Eiszeit erhalten und mit Laubholz umgeben werden.
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In Treuenbrietzen scheint sich eine neue Tradition herauszubilden, die „Kneipennacht“. In diesem Zusammenhang soll hier einmal an die Vorläufer der heutigen „Kneipen“ erinnert werden, an Gaststätten, die inzwischen aus dem Stadtbild verschwunden sind, weil sie einer anderen Nutzung zugeführt oder abgerissen wurden.
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Zum Brauch des „Kariedelns“ schreibt die Treuenbrietzener Zeitung 1913:
„Das Kariedeln war am gestrigen Fastnachtstage in vollem Gange und in aller Morgenfrühe haben die Treuenbrietzener Mädels und Jungens ihr alt ererbtes, gutes Recht ausgeübt. In unserer modernen Zeit wird vielleicht manch einer über dies überkommene Gebilde aus unserer Väter Tage mitleidig lächeln; andere – und wohl die meisten Treuenbrietzener – würden gerade solche Ortsbräuche niemals missen. Jedenfalls sehen wir, dass sie in der Tat auch nicht so bald verschwinden werden. Dafür sorgt schon unsere so gern ‚Schätze sammelnde’ Jugend, der auch fast jeder spendet, solange dabei die Grenzen des Wohlanstandes nicht überschritten werden, selbst wenn es bei dem Hersagen des bekannten: ‚Ich bin der kleine König usw.’ etwas stürmisch hergehen sollte.“ (TZ,05.02.1913)
Über die Bedeutung der „Elle“ heißt es 1936 in der Zeitschrift Zauche Fläming Heimat:
Viele junge Leute im Fläming schenkten ihren Bräuten eine Elle. Darin hatten sie mit viel Liebe Verse, Blumen und allerhand Symbole eingeschnitzt. Dazu kam der Name der Braut. Die Verzierungen wurden noch mit Siegellack ausgefüllt. Einige dieser Ellen wurden dem Museum in Treuenbrietzen übergeben, sind dort aber heute nicht mehr vorhanden. (ZFH,04/1936)
Aus alter Zeit(ung):
Vorgärten in der Großstraße
Im Jahre 1904 verschwanden vor der Oberpfarre in der Großstraße die beiden Vorgärten, Reste aus grauer Vorzeit. Von ihrem Dasein ist bereits in den ältesten Akten der Kirche die Rede. Am 11. April 1861 gestattete der Magistrat dem damaligen Superintendenten SCHRÖTER den Weiterbestand der beiden kleinen, jetzt verschwundenen Gärten. „Bis vor 60 – 70 Jahren hatte auf der Südseite der Großstraße fast jedes Haus von der Marienkirche bis zur Töpferstraße kleine Vorgärtchen, die, ungeachtet der geringen Ansprüche, die man damals an ihr Aussehen stellte, ein freundliches Bild der Straße gaben. Aber bei Regenzeiten standen auch daneben tiefe Wasserpfützen, auf denen die Gänse und Enten sich vergnügten und den daneben fließenden ‚Bach‘ fast immer als ihre rechtliche Domäne betrachteten.“ (ZBZ,20.10.03)
Gefunden von: Ernst- Peter RABENHORST
Erschienen in Treuenbrietzener Nachrichten 04/08
„Die Techniker und die Vertreter des Schnellverkehrs haben dem Baum an der Landstraße den Krieg erklärt. Ganz moderne Leute, wie die Amerikaner, bauen grundsätzlich nur baumlose Schnellverkehrsstraßen über Land. Auch bei uns erheben sich schon Stimmen, die in dem traulichen, schattenspendenden Baum an der Landstraße nur ein Hindernis sehen, welches die Statistik der Auto- und Motorradunfälle erhöht…Ganz entsprechend der gemütlichen Romantik alter Zeit, die er versinnbildlicht, wird also auch auf dem Lande der Baum zurückweichen an die Nebenstraßen und Feldwege, wird er verschwinden vom Netz der Hauptverkehrsadern, die gradlinig die größeren Orte verbinden und einen Teil des jetzt noch von der Eisenbahn bewältigten Verkehrs übernehmen werden. Wie ein Märchen aus uralten Zeiten werden unsere Kinder es unseren Enkeln erzählen, dass früher weise Regierungen, große, aufgeklärte Könige, alle Landstraßen mit Bäumen bepflanzen ließen, dass die Pflege des Chausseebaumes eine Wissenschaft für sich geworden war, dass man durch ganz Deutschland einmal wandern konnte im ununterbrochenen Schatten wertvoller Laubhölzer und freigebig Früchte spendender Obstbäume, dass es Apfel-, Birnen- und Kirschalleen an den Landstraßen gab, meilenlang. Und die Enkel im Bewusstsein ihrer bis dahin noch viel hastiger gewordenen Zivilisation werden sich vielleicht doch zweifelnd fragen, ob die Welt nun schöner geworden ist.“ (Treuenbrietzener Zeitung, 24.09.1929)
Erneut veröffentlicht in Treuenbrietzener Nachrichten 04/08
Der Schweizer Schriftsteller, Journalist und Medienberater Lukas HARTMANN wurde 1944 geboren und lebt heute in Bern. Er studierte Germanistik, Psychologie und Musik. Für seine Bücher wurde er vielfach ausgezeichnet. Er beschäftigte sich auch mit dem in Treuenbrietzen geborenen Komponisten Christoph NICHELMANN und muss während der Recherchen zu seinem 2007 erschienenen Roman „Die Deutsche im Dorf“ in Treuenbrietzen geweilt haben. Seine Eindrücke über unsere Stadt hat er in dem Buch literarisch verarbeitet. Die folgenden Auszüge sind seinem Buch entnommen. Der Ich- Erzähler berichtet:Nach der Scheidung, die äußerlich problemlos verlief, begann ich zu reisen und zu forschen. Ich wandte mich von der Gegenwart ab und kehrte ins achtzehnte Jahrhundert zurück, das ich zeitweise als meine eigentliche Heimat betrachtete. Wo und wann meine Liebe zu den so genannten Kleinmeistern begann, kann ich schlecht sagen. Wahrscheinlich geht sie auf den Größten der Großen zurück, auf Johann Sebastian BACH…
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Treuenbrietzen wird auch die “Sabinchenstadt” genannt. Der Grund dafür ist das bekannte Küchenlied “Sabinchen war ein Frauenzimmer”.
Das Lied, das in verschiedenen Versionen existiert, erzählt die Geschichte einer Dienstmagd, die „gar hold und tugendhaft“ war, bis sie sich mit einem jungen Schuhmacher „aus Treuenbrietzen“ einließ. „Sein Geld hat er schon lang versoffen“, deswegen forderte er ihres. Da sie keines besaß, stahl er „von ihrer guten Dienstherrschaft drei silberne Blechlöffel“. Als der Diebstahl entdeckt wurde, „da jagte man mit Schimpf und Schande Sabinchen aus dem Haus.“ Die Beschimpfungen durch Sabinchen beendete der Schuster, indem er ihr kurzerhand mit seinem Rasiermesser „den Schlund“ durchschnitt. Er wurde verhaftet und gestand „bei Wasser und bei Brot“ die Untat….
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