Der Hohenzollernbrunnen in Treuenbrietzen

In der Presse war in den vergangenen Wochen häufig zu lesen, dass es doch schade wäre, wenn Sabinchen dem Kurfürsten wieder weichen muss wenn es gelingen sollte die Figur des Kurfürsten zu finanzieren. Dem ist nicht so.

Die Stadtverordneten haben beschlossen, sollte die Figur des Kurfürsten wieder auf seinen angestammten  Sockel aufgestellt werden, bekommt Sabinchen einen geeigneten Platz im Stadtzentrum. Sabinchen bleibt uns also auf jeden Fall erhalten.

Das macht auch Sinn, da die Sabinchenmoritat auch weiterhin vermarktet werden soll. Die Finanzierung der Figur muss ohnehin ausschließlich aus Spendenmitteln erfolgen. Die Stadt kann dazu keinen Cent beisteuern.

In der MAZ vom Freitag, den 05. Februar 2010, Seite 15 erschien ein Artikel mit der Überschrift „Treuenbrietzen wäre nicht mehr treu“. Autorin war Frau Rita Buchweitz, Treuenbrietzen. Kurze Zeit später erschien der gleiche Artikel im „Blickpunkt“, Autorin war Frau Rita Buchweitz aus Güstrow.

Es scheint, als wenn diejenigen die eine Kampagne gegen den Kurfürsten führen, auch auswärtige Personen animieren für Sabinchen Partei zu ergreifen, leider fehlt es dann unter Umständen an der nötigen Sachkenntnis. Frau Buchweitz fragt, Zitat: „Lothar Sell ist noch kein Jahr tot und schon will man sein sehr persönliches Werk an den Hakenbuden verstecken?“.

Sabinchen soll nicht in der „Friedrichstraße“ aufgestellt werden sondern am Marktplatz auf einem Sockel erhöht und mit einem kleinen Wasserspiel versehen. Von verstecken kann somit keine Rede sein, das Gegenteil ist der Fall. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Meinung des Erbauers der Sabinchenfigur. Herr Lothar Sell weilte auf Einladung des Heimatvereins im November 2003 in seiner Heimatstadt Treuenbrietzen. Anlass war der 90. Jahrestag des Hohenzollernbrunnens.

Auf einer Veranstaltung im Heimatmuseum wurde unter anderem Herr Sell gefragt, was er denn zu den Plänen zur Umgestaltung des Hohenzollernbrunnens sagt. Zitat Lothar Sell: „Ich habe überhaupt kein Problem wenn Sabinchen einen neuen Standort erhält, weil ich schon immer Bauchschmerzen hatte, da die Figur nicht zum massigen Sockel passt. Ich konnte aber seinerzeit aus technischen Gründen nicht größer brennen“, Zitat Ende.

Von einer „groben Kränkung“ Herrn Sell gegenüber, wie Frau Buchweitz schreibt kann überhaupt keine Rede sein. Es wird weiter argumentiert, sollte Sabinchen nicht auf dem jetzigen Sockel bleiben, hätte Treuenbrietzen seinen Beinamen „Treu“ nicht mehr verdient.

Hierzu möchte ich anmerken, dass die Bürger der Stadt „Brietzen“ in den Zeiten des Krieges treu zu ihrem Landesherrn gestanden haben und nicht zum Sabinchen.

Wolfgang Ucksche, Vorsitzender des Heimatvereins
Treuenbrietzen

Zu „Gleiche Wurzeln“, MAZ vom 04. Januar 2010

In seinem Artikel vom 04. Januar 2010 stellt der Autor aus Rietz Herr H. Päpke fest, dass Rietz in Tirol und Rietz im Fläming die gleichen Namenswurzeln haben.
Päpke erinnert an einen Gedenkstein am Ortseingang der auf die Erwähnung des Gewässers ( Rietzer Bach ) in einer Urkunde des Kloster Zinna vom 03. Mai 1303 hinweist.
Er schreibt. Zitat. „Der Gedenkstein wurde 700 Jahre später (2003) vom Kulturverein Rietz gestiftet“.
In der Leserpost von Herrn Päpke „Mehrdeutige Quellen“ im Flämig-Echo vom 13./14.Juni 2009 S. 14 schreibt er zur gleichen Problematik. Zitat: „Zur Erinnerung daran ließ der Kulturverein Rietz im Jahre 2003 am 800.Jahrestag am 03. Mai einen von ihm finanzierten Gedenkstein am historischen Ort setzen“. Hieraus ergibt sich eine Differenz von 100 Jahren.

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Sabinchen war ein Frauenzimmer – die Treuenbrietzener und ihr Sabinchen – Teil 1

SABINCHEN Postkarte1 I. Sabinchen und ihr Lied
Persönliche Erlebnisse
Beginnen möchte ich mit zwei persönlichen Erlebnissen, wie sie jeder andere Treuenbrietzener in dieser oder jener Form auch schon erlebt haben mag. Ich wollte  meinen Urlaub im Steigerwald verbringen, rufe bei einer privaten Vermieterin in Wiesenbronn an. Die Frau am anderen Ende möchte von mir Namen und Wohnort wissen: „Wo wohnen Sie? Könnten Sie es noch einmal langsam wiederholen?“ Ich tue es. „Ach“, sagt sie, „kommt da nicht das Sabinchen her?“ – Ein anderes Mal sitze ich als Urlaubsvertretung in unserem Heimatmuseum. Ein Besucher steigt die knarrende Treppe empor. Er sei aus Koblenz, teilt er mir mit, arbeite dort ehrenamtlich bei den Jagdhornbläsern. Für den nächsten großen Auftritt brauche er dringend den Text des Sabinchenliedes. Ob ich ihm helfen könne? Natürlich konnte dem Manne geholfen werden. Mit einer Postkarte, auf der sich Text, Noten und sogar noch eine bildliche Darstellung der grausigen Moritat befanden.
Das Lied vom Sabinchen hat Treuenbrietzen scheinbar in ganz Deutschland bekannt gemacht, auch wenn nicht einmal feststeht, ob das besungene Frauenzimmer tatsächlich aus dieser Stadt stammt. Fest steht nur, sofern man dem Text Glauben schenken kann, dass der Schuster, dieser „rabenschwarze Hund“, aus Treuenbrietzen daher kam. Wo er seine grausige Tat verübte bleibt im Dunkeln. Das hat in der Vergangenheit oft zu ärgerlichen Reaktionen der hiesigen Schuhmacher geführt, die meinten, ihre Zunft und ihre Stadt würden durch diese Verse verunglimpft.

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Sabinchen in Brachwitz

Es ist seit einigen Jahren zu einer schönen Tradition geworden, dass ein Tag der Sabinchenfestspiele in einem der Dörfer stattfindet, die jetzt als Ortsteile zur Stadt Treuenbrietzen gehören. In diesem Jahr wanderte „Sabinchen“ nach Brachwitz.

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Ortschronist Helmut RUHLE  vor der Ausstellung zur Dorfgeschichte

Zunächst ging es in den Mittelpunkt des Dorfes, in die Kirche. Dort erwartete Ortschronist Helmut RUHLE am 20.Juni ab 11.00 Uhr bereits ungeduldig die Gäste. Er hatte drei Ausstellungen vorbereitet, um über Besonderheiten der Ortsgeschichte zu informieren. Die zentrale Ausstellung befindet sich vor dem Altar der Kirche. Sie zeigt die Originalfotos von zwei Kaseln und erläuternde Informationen zur Geschichte der Kaseln. Die beiden aus dem späten Mittelalter stammenden Kaseln, die den Priestern als liturgische Gewänder dienten, waren hinter dem Altar der Brachwitzer Dorfkirche so sorgfältig versteckt worden, dass sie dort die Jahrhunderte überdauerten und erst Ende des 20.Jahrhunderts bei Sanierungsarbeiten in der Kirche wieder zum Vorschein kamen. Heute lagern die beiden Kaseln als wichtige und nur schwer zugängliche Ausstellungsstücke im Domstiftsarchiv des Doms zu Brandenburg. Ortschronist Helmut RUHLE gelang es nach beharrlichen Bemühungen, die Erlaubnis zum Fotografieren zu erhalten, sodass er anlässlich der Sabinchenfestspiele in der Lage war, die Originalfotos der beiden Kaseln mit Schenkungsurkunde an die Kirchengemeinde zu überreichen.

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666 Jahre Bäckergilde Treuenbrietzen am 16.12.2008 – Teil 3

clip_image002[18]Bäckereien und Konditoreien in Treuenbrietzen ab 1900
In Treuenbrietzen gab es stets eine erstaunliche Anzahl von Bäckereibetrieben. Heute im Jahr 2009 existiert als einziger der Bäcker- und Konditorbetrieb Timo Sieberhein.  Es ist zum Teil sehr schwierig, genaue Angaben über die eingegangenen Bäckerhandwerksbetriebe zu ermitteln. Im Vergleich zu den in den Akten der Bäckerinnung, der Broschüre „650 Jahre Bäckerinnung in der Stadt Jüterbog“ und in den „Chroniken der Stadt Treuenbrietzen“ von Pischon (1871) sowie von Ernst-Peter Rabenhorst (2009) erfassten Handwerksbetriebe konnten hinsichtlich der Standorte in Treuenbrietzen insbesondere die in der Zeit ab etwa 1900 vorhandenen Bäckereien erfasst und nachfolgend benannt werden:

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Die Sanierung des Hohenzollernbrunnens

brunnen Der Hohenzollern /Sabinchenbrunnen soll in nächster Zeit saniert werden. Aus diesem aktuellen Anlass möchte ich noch auf einige Dinge hinweisen.
Nach meiner Ansicht sind es zwei Überlegungen die es zu beachten gilt. Zum einen sind es die Historischen Belange und zum anderen die Touristischen Belange, sprich die Vermarktung der Sabinchengeschichte.
Aus historischer Sicht ist noch folgendes interessant. Als der spätere Kurfürst Friedrich der I. im Jahre 1412 in die Mark Brandenburg kam fand er ein ziemliches Kaos vor. Der Adel raubte und plünderte nach Belieben die Kaufleute und auch die Städte aus. Um diesem Treiben ein Ende zu machen verbündete er sich mit einer Reihe von Fürsten. Er forderte aber auch die Bürger der Städte auf, ihn bei seinen Kriegszügen gegen den Adel zu unterstützen.

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Aus der Chronik der Stadt Treuenbrietzen

Vor kurzem konnte Herr Ernst-Peter Rabenhorst den 1. Teil der „Chronik der Stadt Treuenbrietzen“ im Rathaus seinem Publikum vorstellen. Diese Chronik ist eine Anknüpfung an die bereits 1871 veröffentlichte Chronik von Nathanael Pischon.
Sie ist interessant zu lesen und in der Buchhandlung Treuenbrietzen käuflich zu erwerben.

Bürgermeister Hempel und die Zeit nach der März-Revolution (1848-1853)
Auszug aus der Chronik der Stadt Treuenbrietzen Teil I (1848 – 1917) von Ernst-Peter Rabenhorst, erschienen 2009, Treibgut Verlag Berlin, ISBN 978-3-941175-09-9

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666 Jahre Bäckergilde Treuenbrietzen am 16.12.2008

Fortsetzung von diesem Beitrag.

Aus dem Innungsleben das Bäckerhandwerks in früheren Jahrhunderten

Nicht jeder junge Bursche konnte Bäcker werden. Mancherlei Bedingungen waren mit dem Eintritt in die Lehre bei einem zünftigen Meister verbunden. Seine eheliche Geburt und seine deutsche Abstammung musste der angehende Lehrbursch, falls es nicht ein bekannter Meistersohn war, unbedingt nachweisen. Dreimal nach Handwerksbrauch musste sich der Lehrlingsanwärter beim Gewerk melden. Auch darüber – wie über alle Innungsangelegenheiten – wurde ein Protokoll aufgenommen.

Hatte der Lehrling seine Lehre beendet oder ausgestanden, so wurde er nach den alten Zunftregeln feierlich bei Kerzenschein los- und freigesprochen. Feierlich, wie jede Handlung im Innungsleben, war auch die Lehrlingslosprechung. Dem neugebackenen Gesellen wurde dann der Lehrbrief ausgehändigt, deren "Copia“ der Innung verblieb.

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Der Sabinchenbrunnen in Treuenbrietzen

Am 14. Dezember 1913 wurde in Treuenbrietzen der Hohenzollernbrunnen eingeweiht. Auf dem Sockel stand eine Bronzefigur, die den Kurfürsten Friedrich I. von Hohenzollern darstellte.

Im Fläming-Echo der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 6. Juli 2006 hieß es auf Seite 16: Die Aufstellung des Kurfürsten Friedrich I. sei indes eine reine „Präsentation der Monarchie“ gewesen und habe keinerlei „direkte Verbindung zur Stadt“ gehabt.

Nun, ganz so war es dann doch nicht, wie noch zu lesen sein wird.
Um die Jahreswende 1943/44 wurde die Bronzestatue auf Veranlassung des Magistrats vom Sockel abgenommen und auf dem Ratshof eingelagert. Noch bis 1949 wurde sie dort gesehen. „Die Abnahme der Brunnenfigur stand im Zusammenhang mit der Ablieferung von Metallen „für die Rohstoffversorgung zur Durchführung des Krieges“ und fiel der so genannten „Metallspende des deutschen Volkes“ zum Opfer.

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666 Jahre Bäckergilde Treuenbrietzen am 16.12.2008

Fortsetzung von diesem Beitrag.

„Die Satzungen der Bäcker-Innung zu Treuenbrietzen vom Jahre 1706

Für das Innungsleben von größter Wichtigkeit sind die Satzungen aus dem Jahr 1706. Sie sind auf Pergament geschrieben, tragen die Unterschrift des Königs Friedrich I., ebenso sein großes Siegel in der Kapsel. Ausgestellt sind sie am 26. Februar. Wir sehen, dass der Rat der Stadt mit seinem einst so wichtigen Aufsichtsrecht ausgeschaltet worden ist, dass der Landesherr dieses Recht für sich beansprucht. Wohl hat der Rat der Stadt die neuen Satzungen, die dem König eingereicht werden, gebührend durchgesehen, wie ausdrücklich in der Einleitung erwähnt wird.

Baecker-Muehle 037
Ausstellungsvitrine Bäckerhandwerk im Heimatmuseum Treuenbrietzen

 

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