von Adolf Leity, Ortschronist
Andreas Gottlieb Gensike wurde am 13. Dezember 1797 in Neuenhütte bei Niemegk geboren. In der väterlichen Mühle erlernte er den Beruf des Windmüllers. Nach bestandener Meisterprüfung wollte er sich eine Existenz aufbauen. In Marzahna bot sich ihm die Möglichkeit, selbständig zu werden. hier war zwar schon der Windmüller Johann Gottlob Boche ansässig, aber eine zweite Windmühle konnten die Marzahnschen Hüfner gebrauchen. Daher wurde ihm die Genehmigung zum Bau einer zweiten Windmühle im Ort erteilt.
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Anfänge einer Volksbibliothek
Wenig ist über die Anfänge der Buchausleihe in Treuenbrietzen bekannt. Die erste Bibliothek wurde 1875, also vor 125 Jahren, durch den Volksbildungsverein gegründet und ehrenamtlich geleitet. Es war nach Luckenwalde (1846) und Potsdam (1874) die dritte Volksbibliothek, die auf dem Gebiet des früheren Bezirkes Potsdam eingerichtet wurde. Die Initiative zur Gründung der Bibliothek ging von der 1871 ins Leben gerufenen „Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung“ aus. Sie war die Dachorganisation für zahlreiche kommunale und private Vereine.(1)
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Es war ein kühler Oktobertag im Jahre 1990. Pfarrer LÜDERSDORF hatte gerade den Konfirmandenunterricht in der Rietzer Kirche beendet und wollte in sein Auto steigen, um nach Treuenbrietzen zurückzukehren. Da trat Bauer STOLZE, der damalige Rietzer Bürgermeister, an ihn heran. „Herr Pfarrer, wir hatten früher einen Chor im Ort gehabt. Könnten wir nicht wieder einen gründen?“ „Und wer soll ihn leiten?“ kam es als Gegenfrage vom Pfarrer. „Sie natürlich!“ sprudelte es aus dem Bauern heraus, „Sie können doch so schön singen und Trompete spielen!“
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Die Ereignisse am Kriegsende in Treuenbrietzen bewegen seit 55 Jahren die Familien, die Tote zu beklagen haben, die nicht an den kriegerischen Auseinandersetzungen teilnahmen und als Zivilpersonen willkürlich getötet wurden. Die Familienangehörigen trauerten um sie, sie mussten den Verlust verschmerzen lernen. Aber am schwersten war es für sie, dass der Tod so sinnlos erschien und das Geschehen am 23. April 1945 zu einem Tabuthema geworden war. – Auch nach so langer Zeit ist es nicht leicht, sich dazu zu äußern, aber Tatsachen und Geschehnisse sollten nicht in Vergessenheit geraten. Sie sprechen für sich.
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Bereits vor 70 Jahren brachte der Heimatverein Treuenbrietzen seinen ersten Stadtführer heraus. Um einen Vergleich zur heutigen Zeit herzustellen, möchten wir einige Auszüge daraus veröffentlichen:
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Dicht bei dem Dorfe Schlalach liegt in der Richtung nach Nichel inmitten von Wiesen der Burgstall, auf dem man heute noch viel Scherben auflesen kann. Früher will man sogar zuweilen Töpfe, die noch ganz waren, dort gefunden haben. Auf dem Burgstall soll tief in der Erde ein Goldschatz vergraben sein, nach dem schon einige Leute gegraben haben. Als sie nun endlich mit ihrem Spaten auf den Schatz stießen, riefen sie vor Freude, „Jetzt haben wir ihn!“ Da fiel er tief in das Loch hinein, so dass ihn kein Mensch wieder herausbekommt. Man sagt, sieben ungerufenen Jungfrauen, die alle Liese heißen, müssen sich um Mitternacht versammeln und nachgraben, um den Schatz zu finden.
Auch soll von dem Burgstall ein unterirdischer Gang bis zum Dorfe führen, aber keiner hat bis jetzt den Eingang gefunden.

Marienkirche mit Lutherlinde
Die Linde ist seit Alters her ein heiliger Baum. Sie war der Sage nach einst Freya, der Gattin der obersten germanischen Gottheit Wodan, geweiht. Um sich ihres Schutzes zu versichern, pflanzte man eine Linde im Mittelpunkt des Ortes. Dort traf man sich zu wichtigen Beratungen, aber auch zu fröhlichem Tanze.
Auch die Lutherlinde in Treuenbrietzen steht an einem markanten Platz. Jahrhundertelang begrüßte sie von ihrem festen Standort neben der Marienkirche als erste die Besucher, die durch das Berliner Tor die Stadt betraten. Und wer Treuenbrietzen in östlicher Richtung verließ, konnte noch einen letzten Blick auf die Linde und die von ihr fast verborgene Kirche werfen., ehe er jenseits der Stadtmauern seine Reise auf holprigen Sandwegen fortsetzte.
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Was für ein Mensch war der Dichter und Schriftsteller Artur Jaenicke, der vor 100 Jahren in Treuenbrietzen geboren wurde? Ortschronist Helmut VORKASTNER erzählt über ihn: „Artur Jaenicke war ein Mann der Kirche. Er war ein offener Mensch und konnte sehr lustig sein.“ (3) Von den Treuenbrietzenern wurde er liebevoll „der Doktor“ genannt. Unter den Kindern hieß es nur: „Wir gehen zum Doktor, Brause trinken!“ Dann kratzten sie ihre letzten 10 Pfennige zusammen und sagten: „Ein Glas Brause bitte!“. Artur Jaenicke blickte ernst vom Tresen seiner Gaststätte herab, erst auf das Geld, dann auf den Jungen: „Dafür kann ich Dir das Glas aber nicht ganz voll machen.“ Dann lächelte er verschmitzt und füllte es doch bis oben hin. Er liebte eben die Kinder.
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Am Beginn der Feierlichkeiten zum 850. Geburtstag des Dorfes Pechüle, heute Ortsteil der Gemeinde Bardenitz, stand eine Enthüllung: Als am Abend des 25.Mai der Plasteschleier endlich fällt, kommt eine Eule zum Vorschein, Symbol der Weisheit und der Einordnung des Menschen in die ihn umgebende Natur.
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Aus Anlass des 850-jährigen Jubiläums der Gemeinde Pechüle möchten wir an dieser Stelle die von Georg Haberland verfasste Chronik der Gemeinde in Fortsetzungen veröffentlichen:
Vorwort
In diesen Seiten will ich alles Wissenswerte, mündlich und schriftlich Überlieferte, aus Pechüle und der näheren Umgebung zusammentragen, damit es der Nachwelt erhalten bleibt.
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