Der Burgstall bei Schlalach

Dicht bei dem Dorfe Schlalach liegt in der Richtung nach Nichel inmitten von Wiesen der Burgstall, auf dem man heute noch viel Scherben auflesen kann. Früher will man sogar zuweilen Töpfe, die noch ganz waren, dort gefunden haben. Auf dem Burgstall soll tief in der Erde ein Goldschatz vergraben sein, nach dem schon einige Leute gegraben haben. Als sie nun endlich mit ihrem Spaten auf den Schatz stießen, riefen sie vor Freude, „Jetzt haben wir ihn!“ Da fiel er tief in das Loch hinein, so dass ihn kein Mensch wieder herausbekommt. Man sagt, sieben ungerufenen Jungfrauen, die alle Liese heißen, müssen sich um Mitternacht versammeln und nachgraben, um den Schatz zu finden.
Auch soll von dem Burgstall ein unterirdischer Gang bis zum Dorfe führen, aber keiner hat bis jetzt den Eingang gefunden.

Die Lutherlinde

Marienkirche mit Lutherlinde

Marienkirche mit Lutherlinde

Die Linde ist seit Alters her ein heiliger Baum. Sie war der Sage nach einst Freya, der Gattin der obersten germanischen Gottheit Wodan, geweiht. Um sich ihres Schutzes zu versichern, pflanzte man eine Linde im Mittelpunkt des Ortes. Dort traf man sich zu wichtigen Beratungen, aber auch zu fröhlichem Tanze.

Auch die Lutherlinde in Treuenbrietzen steht an einem markanten Platz. Jahrhundertelang begrüßte sie von ihrem festen Standort neben der Marienkirche als erste die Besucher, die durch das Berliner Tor die Stadt betraten. Und wer Treuenbrietzen in östlicher Richtung verließ, konnte noch einen letzten Blick auf die Linde und die von ihr fast verborgene Kirche werfen., ehe er jenseits der Stadtmauern seine Reise auf holprigen Sandwegen fortsetzte.

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Zum 100. Geburtstag des Dichters und Schriftstellers Dr. Artur Jaenicke

Was für ein Mensch war der Dichter und Schriftsteller Artur Jaenicke, der vor 100 Jahren in Treuenbrietzen geboren wurde? Ortschronist Helmut VORKASTNER erzählt über ihn: „Artur Jaenicke war ein Mann der Kirche. Er war ein offener Mensch und konnte sehr lustig sein.“ (3) Von den Treuenbrietzenern wurde er liebevoll „der Doktor“ genannt. Unter den Kindern hieß es nur: „Wir gehen zum Doktor, Brause trinken!“ Dann kratzten sie ihre letzten 10 Pfennige zusammen und sagten: „Ein Glas Brause bitte!“. Artur Jaenicke blickte ernst vom Tresen seiner Gaststätte herab, erst auf das Geld, dann auf den Jungen: „Dafür kann ich Dir das Glas aber nicht ganz voll machen.“ Dann lächelte er verschmitzt und füllte es doch bis oben hin. Er liebte eben die Kinder.

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850 Jahre Pechüle

Am Beginn der Feierlichkeiten zum 850. Geburtstag des Dorfes Pechüle, heute Ortsteil der Gemeinde Bardenitz, stand eine Enthüllung: Als am Abend des 25.Mai der Plasteschleier endlich fällt, kommt eine Eule zum Vorschein, Symbol der Weisheit und der Einordnung des Menschen in die ihn umgebende Natur.

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Pechüle

Aus Anlass des 850-jährigen Jubiläums der Gemeinde Pechüle möchten wir an dieser Stelle die von Georg Haberland verfasste Chronik der Gemeinde in Fortsetzungen veröffentlichen:

Vorwort
In diesen Seiten will ich alles Wissenswerte, mündlich und schriftlich Überlieferte, aus Pechüle und der näheren Umgebung zusammentragen, damit es der Nachwelt erhalten bleibt.

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Der Heimatfotograf Karl Reichhelm

Für manchen, der sich heute im Treuenbrietzener Umland und im Fläming mit Heimatgeschichte befasst und dazu historische Ansichten nutzen möchte, ist oftmals das fotografische Werk des damaligen Zahnarztes und Heimatforschers Karl Reichhelm aus Treuenbrietzen unumgänglich. Er war einer der ersten, die sich noch vor 1900 einen Fotoapparat leisteten. Reichhelm schuf damit unwiederbringliche Bilddokumente vor allem aus seiner Heimatstadt Treuenbrietzen. Diese kleinstädtischen Ansichten sollen jedoch nicht Gegenstand meiner Ausführungen sein.

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Die Molkerei

I. Gründungsgeschichte
Mit der Erfindung der Milchzentrifuge schlug 1875 die Stunde der industriellen Milchverarbeitung. Auf Privatinitiative entstanden die ersten Molkereien. Als Antriebskraft diente die Dampfmaschine. Um 1880 wurden die ersten Molkereigenossenschaften gegründet und 1895 begann der Bau von Molkereien.

Im Jahre 1897 trafen sich Landwirte aus Treuenbrietzen und den umliegenden Ortschaften, um zur besseren Verwertung ihrer Milchprodukte über die Errichtung einer Genossenschafts-Molkerei zu beraten. Unter dem Firmennamen „Molkerei-Genossenschaft, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Nachschusspflicht, zu Treuenbrietzen“ ließen sie sich als erste Molkereigenossenschaft im Kreis Zauch-Belzig in das Genossenschaftsregister eintragen. 1899 folgte Belzig, 1902 Brück, 1903 Niemegk und 1906 Marzahna (das damals noch zu Sachsen gehörte).

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Das Schützenhaus

Seit 1716 besaß die Treuenbrietzener Schützengilde ein Schützenhaus und führte eine Fahne.
Dieses Schützenhaus hatte in den Befreiungskriegen sehr gelitten. Die Stadt Treuenbrietzen bestritt der Schützengilde das Eigentumsrecht am Schützenhaus und wollte es 1820 zur Tilgung von Kriegsschulden verwerten. Nachdem jedoch die Schützengilde 1821 von der Regierung das Eigentumsrecht zugesprochen bekam, verpachtete sie das Schützenhaus 1823 weiter. Jetzt wandten sich die Schützen an den König und den Magistrat mit der Bitte um Unterstützung beim Neubau eines Schützenhauses.

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Kariedeln – Ein Fastnachtsbrauch in Treuenbrietzen, früher und heute

Bald ist wieder Rosenmontag. Bis 1939 trafen wir an diesem Tag viele Kinder mit Kariedelstöcken in den Straßen unserer Stadt. Sie suchten Verwandte, Nachbarn, Bekannte und Geschäftsleute auf, sangen oder sagten ihre Sprüche und wurden mit Geschenken belohnt.

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Niebels Herren im Streit mit Brietzen

1587 verkaufte der Rat von Brietzen das Dorf Niebel für 4.800 Taler an den Ritter EUSTACHIUS VON ERXLEBEN. Die Stadt übergab ihm die Ober- und Untergerichte und versprach ihm die unentgeltliche Überlassung der für die Ausbesserung des Kirchengebäudes in Niebel benötigten Dach- und Mauersteine. Auf den angrenzenden Wiesen und Triften wurde dem Käufer die freie Hütung für seine Kühe, Pferde und Schafe zugestanden. Er durfte sich auch das nötige Brennholz und Reisig, nicht aber sein Bauholz, aus der angrenzenden städtischen Heide holen. Der Verkauf wurde im Jahre 1588 durch den Kurfürsten Johann Georg dahingehend bestätigt, daß die von Erxleben und ihre männlichen Leibeserben das Dorf Niebel als rechtes Mannlehen besitzen. Mit dem Aussterben derer von Erxleben in männlicher Linie sollte das Dorf Niebel aber wieder an die Stadt Treuenbrietzen zurückfallen.

 

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