Der Heimatverein beteiligte sich aktiv an den „Sabinchenfestspielen“ der Stadt Treuenbrietzen.
Zunächst wurde aber erst einmal ein Auswärtstermin wahrgenommen. Gemeinsam mit den
„Flämingfreunden“ aus Jüterbog folgten die „Mönche“ des Vereins einer Einladung zu „Luthers Hochzeit“ nach Wittenberg. Zur gemeinsamen Abfahrt trafen wir uns am Samstag den 12. Juni um 13.00 Uhr auf dem Parkplatz des „Nettomarktes“ in Treuenbrietzen. Auch die amtierende Flämingkönigin weilte in unserer Mitte.
Zur gleichen Zeit waren andere Vereinsfreunde mit dem Aufbau und den Vorbereitungen für unseren Kuchenstand am Gildenhaus beschäftigt.
In Wittenberg angekommen nahmen wir Aufstellung zum Festumzug der uns dann durch die gesamte Altstadt führte. Unsere „Brüder“ aus Jüterbog führten den „Tetzelkasten“ mit und mit lustigen Sprüchen wurde versucht einen „Ablasshandel“ in Schwung zu bringen, leider erfolglos.
Am Straßenrand konnten wir auch Treuenbrietzener Gäste von „Luthers Hochzeit“ entdecken, die uns freundlich grüßten.
Nach der Besichtigung des Mittelaltermarktes und einer wohlverdienten Stärkung ging es zurück nach Treuenbrietzen.
Dort angekommen wurde unser Kuchenstand gerade abgebaut. Trotz des ungünstigen Wetters konnten wir ein sehr gutes Erscheinungsbild des Standes feststellen. Allen die uns den leckeren Kuchen gespendet haben und der wackeren Mannschaft um Kerstin Franz sei hiermit herzlich gedankt.
Bei „Schusters Meisterschaft“ konnten wir leider nicht mitmachen, da einige Vereinsfreunde krankheitsbedingt absagen mussten. Nur die Sandalen von Abt Wolfgang sind noch mal zum Einsatz gekommen als der TSV und der Feuerwehrverein um Punkte kämpfte.
Beim Festumzug am Sonntag waren die Mönche und Waschweiber des Vereins planmäßig nur spärlich vertreten. Wir konnten allerdings eine andere Figur aus der Treuenbrietzener Geschichte präsentieren und zwar den „Tanzmeister aus Treuenbrietzen“, dargestellt von Klaus Meissner. An seiner Seite eine Dame aus der Zeit um 1900. Alle anderen Vereinsfreunde waren mit den blau-weißen Vereins T- Shirt bekleidet.
Auch im nächsten Jahr wird sich der Heimatverein bei den Sabinchenfestspielen präsentieren und vielleicht gibt es dann eine neue Überraschung beim Festumzug.
W. Ucksche
Aus Der Chronik der Stadt Treuenbrietzen, Teil II von Ortschronist Ernst-Peter Rabenhorst
Schulwesen
Die Stadtverordnetenversammlung genehmigt den Bau eines neuen Stallgebäudes auf dem Schulgelände. Der alte Stall war reparaturbedürftig und wird abgerissen. Damit vergrößert sich der Schulhof. Der neue Stall entsteht neben dem Abortgebäude. (TZ,03.04.1925)
Veränderungen bei den Lehrern
Durch Verfügung der Regierung wird Lehrer BREDERLOW zum Konrektor der hiesigen Gemeindeschule ernannt. (TZ,19.09.1925)
Mittelschullehrer EWERT scheidet aus dem Dienst an der Volksschule aus und wird an die hiesige Mittelschule versetzt. Frl. Anneliese CAESAR, bisher am Privatlyzeum der Kaiserin- Augusta- Stiftung tätig, erhält eine Lehrerinnenstelle an der Treuenbrietzener Volksschule. (TZ,21.04.25). Lehrer UNGER wird für drei Monate beurlaubt, um an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik zu hospitieren. Seine Vertretung übernimmt Schulamtsbewerber Karl WEISSENBORN aus Berlin. (TZ,27.04.1925)
Lehrer LICHTE wird als Konrektor, erster Organist und Kantor nach Niemegk versetzt. Für ihn kommt Lehrer SEEGER aus Niemegk an die Schule nach Treuenbrietzen. Lehrer LICHTE hatte 11 Jahre in Treuenbrietzen gearbeitet. Mit ihm verliert auch der Gesangverein Liederkranz- Concordia seinen Dirigenten. Deshalb nimmt Lehrer WACHE den Dirigentenstab noch einmal in die Hand. (TZ,14.10.1925)
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Im Allgemeinen ist der Monat Februar eines jeden Jahres der erste Höhepunkt im Vereinsleben. Im Jahr 2009 war es anders. Durch den Jahreswechsel bedingt, war es schwierig die dreiwöchige Ankündigung der Jahreshauptversammlung vorzubereiten. Da es der Vorstand versäumt hatte, einen Vortrag für den Monat März zu organisieren, konnten wir am Donnerstag, dem 05. März 2009, unsere Jahreshauptversammlung ordnungsgemäß durchführen. Es wurde Rechenschaft über das schwierige Vereinsjahr 2008 abgelegt und der Vorstand entlastet. Drei Vorstandsmitglieder hatten ihr Amt niedergelegt. Der Vorsitzende bedankte sich bei den drei Vereinsfreunden für die geleistete Arbeit. Eigentlich hätten wir unsere ordnungsgemäße Vorstandswahl durchführen müssen, das sahen aber einige Vorstandskollegen anders.
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In der Presse war in den vergangenen Wochen häufig zu lesen, dass es doch schade wäre, wenn Sabinchen dem Kurfürsten wieder weichen muss wenn es gelingen sollte die Figur des Kurfürsten zu finanzieren. Dem ist nicht so.
Die Stadtverordneten haben beschlossen, sollte die Figur des Kurfürsten wieder auf seinen angestammten Sockel aufgestellt werden, bekommt Sabinchen einen geeigneten Platz im Stadtzentrum. Sabinchen bleibt uns also auf jeden Fall erhalten.
Das macht auch Sinn, da die Sabinchenmoritat auch weiterhin vermarktet werden soll. Die Finanzierung der Figur muss ohnehin ausschließlich aus Spendenmitteln erfolgen. Die Stadt kann dazu keinen Cent beisteuern.
In der MAZ vom Freitag, den 05. Februar 2010, Seite 15 erschien ein Artikel mit der Überschrift „Treuenbrietzen wäre nicht mehr treu“. Autorin war Frau Rita Buchweitz, Treuenbrietzen. Kurze Zeit später erschien der gleiche Artikel im „Blickpunkt“, Autorin war Frau Rita Buchweitz aus Güstrow.
Es scheint, als wenn diejenigen die eine Kampagne gegen den Kurfürsten führen, auch auswärtige Personen animieren für Sabinchen Partei zu ergreifen, leider fehlt es dann unter Umständen an der nötigen Sachkenntnis. Frau Buchweitz fragt, Zitat: „Lothar Sell ist noch kein Jahr tot und schon will man sein sehr persönliches Werk an den Hakenbuden verstecken?“.
Sabinchen soll nicht in der „Friedrichstraße“ aufgestellt werden sondern am Marktplatz auf einem Sockel erhöht und mit einem kleinen Wasserspiel versehen. Von verstecken kann somit keine Rede sein, das Gegenteil ist der Fall. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Meinung des Erbauers der Sabinchenfigur. Herr Lothar Sell weilte auf Einladung des Heimatvereins im November 2003 in seiner Heimatstadt Treuenbrietzen. Anlass war der 90. Jahrestag des Hohenzollernbrunnens.
Auf einer Veranstaltung im Heimatmuseum wurde unter anderem Herr Sell gefragt, was er denn zu den Plänen zur Umgestaltung des Hohenzollernbrunnens sagt. Zitat Lothar Sell: „Ich habe überhaupt kein Problem wenn Sabinchen einen neuen Standort erhält, weil ich schon immer Bauchschmerzen hatte, da die Figur nicht zum massigen Sockel passt. Ich konnte aber seinerzeit aus technischen Gründen nicht größer brennen“, Zitat Ende.
Von einer „groben Kränkung“ Herrn Sell gegenüber, wie Frau Buchweitz schreibt kann überhaupt keine Rede sein. Es wird weiter argumentiert, sollte Sabinchen nicht auf dem jetzigen Sockel bleiben, hätte Treuenbrietzen seinen Beinamen „Treu“ nicht mehr verdient.
Hierzu möchte ich anmerken, dass die Bürger der Stadt „Brietzen“ in den Zeiten des Krieges treu zu ihrem Landesherrn gestanden haben und nicht zum Sabinchen.
Wolfgang Ucksche, Vorsitzender des Heimatvereins
Treuenbrietzen
In seinem Artikel vom 04. Januar 2010 stellt der Autor aus Rietz Herr H. Päpke fest, dass Rietz in Tirol und Rietz im Fläming die gleichen Namenswurzeln haben.
Päpke erinnert an einen Gedenkstein am Ortseingang der auf die Erwähnung des Gewässers ( Rietzer Bach ) in einer Urkunde des Kloster Zinna vom 03. Mai 1303 hinweist.
Er schreibt. Zitat. „Der Gedenkstein wurde 700 Jahre später (2003) vom Kulturverein Rietz gestiftet“.
In der Leserpost von Herrn Päpke „Mehrdeutige Quellen“ im Flämig-Echo vom 13./14.Juni 2009 S. 14 schreibt er zur gleichen Problematik. Zitat: „Zur Erinnerung daran ließ der Kulturverein Rietz im Jahre 2003 am 800.Jahrestag am 03. Mai einen von ihm finanzierten Gedenkstein am historischen Ort setzen“. Hieraus ergibt sich eine Differenz von 100 Jahren.
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Donnerstag, 28. Januar 2010 in
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I. Sabinchen und ihr Lied
Persönliche Erlebnisse
Beginnen möchte ich mit zwei persönlichen Erlebnissen, wie sie jeder andere Treuenbrietzener in dieser oder jener Form auch schon erlebt haben mag. Ich wollte meinen Urlaub im Steigerwald verbringen, rufe bei einer privaten Vermieterin in Wiesenbronn an. Die Frau am anderen Ende möchte von mir Namen und Wohnort wissen: „Wo wohnen Sie? Könnten Sie es noch einmal langsam wiederholen?“ Ich tue es. „Ach“, sagt sie, „kommt da nicht das Sabinchen her?“ – Ein anderes Mal sitze ich als Urlaubsvertretung in unserem Heimatmuseum. Ein Besucher steigt die knarrende Treppe empor. Er sei aus Koblenz, teilt er mir mit, arbeite dort ehrenamtlich bei den Jagdhornbläsern. Für den nächsten großen Auftritt brauche er dringend den Text des Sabinchenliedes. Ob ich ihm helfen könne? Natürlich konnte dem Manne geholfen werden. Mit einer Postkarte, auf der sich Text, Noten und sogar noch eine bildliche Darstellung der grausigen Moritat befanden.
Das Lied vom Sabinchen hat Treuenbrietzen scheinbar in ganz Deutschland bekannt gemacht, auch wenn nicht einmal feststeht, ob das besungene Frauenzimmer tatsächlich aus dieser Stadt stammt. Fest steht nur, sofern man dem Text Glauben schenken kann, dass der Schuster, dieser „rabenschwarze Hund“, aus Treuenbrietzen daher kam. Wo er seine grausige Tat verübte bleibt im Dunkeln. Das hat in der Vergangenheit oft zu ärgerlichen Reaktionen der hiesigen Schuhmacher geführt, die meinten, ihre Zunft und ihre Stadt würden durch diese Verse verunglimpft.
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Es ist seit einigen Jahren zu einer schönen Tradition geworden, dass ein Tag der Sabinchenfestspiele in einem der Dörfer stattfindet, die jetzt als Ortsteile zur Stadt Treuenbrietzen gehören. In diesem Jahr wanderte „Sabinchen“ nach Brachwitz.
Ortschronist Helmut RUHLE vor der Ausstellung zur Dorfgeschichte
Zunächst ging es in den Mittelpunkt des Dorfes, in die Kirche. Dort erwartete Ortschronist Helmut RUHLE am 20.Juni ab 11.00 Uhr bereits ungeduldig die Gäste. Er hatte drei Ausstellungen vorbereitet, um über Besonderheiten der Ortsgeschichte zu informieren. Die zentrale Ausstellung befindet sich vor dem Altar der Kirche. Sie zeigt die Originalfotos von zwei Kaseln und erläuternde Informationen zur Geschichte der Kaseln. Die beiden aus dem späten Mittelalter stammenden Kaseln, die den Priestern als liturgische Gewänder dienten, waren hinter dem Altar der Brachwitzer Dorfkirche so sorgfältig versteckt worden, dass sie dort die Jahrhunderte überdauerten und erst Ende des 20.Jahrhunderts bei Sanierungsarbeiten in der Kirche wieder zum Vorschein kamen. Heute lagern die beiden Kaseln als wichtige und nur schwer zugängliche Ausstellungsstücke im Domstiftsarchiv des Doms zu Brandenburg. Ortschronist Helmut RUHLE gelang es nach beharrlichen Bemühungen, die Erlaubnis zum Fotografieren zu erhalten, sodass er anlässlich der Sabinchenfestspiele in der Lage war, die Originalfotos der beiden Kaseln mit Schenkungsurkunde an die Kirchengemeinde zu überreichen.
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Bäckereien und Konditoreien in Treuenbrietzen ab 1900
In Treuenbrietzen gab es stets eine erstaunliche Anzahl von Bäckereibetrieben. Heute im Jahr 2009 existiert als einziger der Bäcker- und Konditorbetrieb Timo Sieberhein. Es ist zum Teil sehr schwierig, genaue Angaben über die eingegangenen Bäckerhandwerksbetriebe zu ermitteln. Im Vergleich zu den in den Akten der Bäckerinnung, der Broschüre „650 Jahre Bäckerinnung in der Stadt Jüterbog“ und in den „Chroniken der Stadt Treuenbrietzen“ von Pischon (1871) sowie von Ernst-Peter Rabenhorst (2009) erfassten Handwerksbetriebe konnten hinsichtlich der Standorte in Treuenbrietzen insbesondere die in der Zeit ab etwa 1900 vorhandenen Bäckereien erfasst und nachfolgend benannt werden:
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Der Hohenzollern /Sabinchenbrunnen soll in nächster Zeit saniert werden. Aus diesem aktuellen Anlass möchte ich noch auf einige Dinge hinweisen.
Nach meiner Ansicht sind es zwei Überlegungen die es zu beachten gilt. Zum einen sind es die Historischen Belange und zum anderen die Touristischen Belange, sprich die Vermarktung der Sabinchengeschichte.
Aus historischer Sicht ist noch folgendes interessant. Als der spätere Kurfürst Friedrich der I. im Jahre 1412 in die Mark Brandenburg kam fand er ein ziemliches Kaos vor. Der Adel raubte und plünderte nach Belieben die Kaufleute und auch die Städte aus. Um diesem Treiben ein Ende zu machen verbündete er sich mit einer Reihe von Fürsten. Er forderte aber auch die Bürger der Städte auf, ihn bei seinen Kriegszügen gegen den Adel zu unterstützen.
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Vor kurzem konnte Herr Ernst-Peter Rabenhorst den 1. Teil der „Chronik der Stadt Treuenbrietzen“ im Rathaus seinem Publikum vorstellen. Diese Chronik ist eine Anknüpfung an die bereits 1871 veröffentlichte Chronik von Nathanael Pischon.
Sie ist interessant zu lesen und in der Buchhandlung Treuenbrietzen käuflich zu erwerben.
Bürgermeister Hempel und die Zeit nach der März-Revolution (1848-1853)
Auszug aus der Chronik der Stadt Treuenbrietzen Teil I (1848 – 1917) von Ernst-Peter Rabenhorst, erschienen 2009, Treibgut Verlag Berlin, ISBN 978-3-941175-09-9
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