In seinem Artikel vom 04. Januar 2010 stellt der Autor aus Rietz Herr H. Päpke fest, dass Rietz in Tirol und Rietz im Fläming die gleichen Namenswurzeln haben.
Päpke erinnert an einen Gedenkstein am Ortseingang der auf die Erwähnung des Gewässers ( Rietzer Bach ) in einer Urkunde des Kloster Zinna vom 03. Mai 1303 hinweist.
Er schreibt. Zitat. „Der Gedenkstein wurde 700 Jahre später (2003) vom Kulturverein Rietz gestiftet“.
In der Leserpost von Herrn Päpke „Mehrdeutige Quellen“ im Flämig-Echo vom 13./14.Juni 2009 S. 14 schreibt er zur gleichen Problematik. Zitat: „Zur Erinnerung daran ließ der Kulturverein Rietz im Jahre 2003 am 800.Jahrestag am 03. Mai einen von ihm finanzierten Gedenkstein am historischen Ort setzen“. Hieraus ergibt sich eine Differenz von 100 Jahren.
Die gleiche Ungenauigkeit ergibt sich bei der Ersterwähnung des Dorfes Rietz. Herr Päpke als damaliger Ortschronist hat für die Ersterwähnung die Urkunde von 1388 herangezogen und somit wurde im Jahr 1988 600 Jahre Rietz gefeiert. Ich hatte damals schon meine Zweifel und fragte bei der „Amtlichen Stelle“ im Brandenburgischen Landeshauptarchiv nach.
Der damalige Hauptverantwortliche, der verehrte Herr Dr. Falk bestätigte mir schon damals, dass als Ersterwähnung von Rietz die Urkunde von 1334 in Betracht käme.
Zum einen wollte der damalige Museumsbeirat den Rietzern den Spaß an ihrer Feier, nicht verderben, da man wusste wie schwer es war so ein Jubiläum zu organisieren und zum andern konnte man einem Parteisekretär und SED Mitglied nicht einfach wiedersprechen da die Partei ja bekanntlich immer recht hatte.
Nach der Wende bot sich nun die Gelegenheit die Ersterwähnung des Ortsteils Rietz richtig zu stellen. Die Ortschronistin Frau Rita Schipanski hatte dazu die Unterlagen an das Brandenburgische Landeshauptarchiv in Potsdam mit der Bitte zur Prüfung geschickt.
Nach vier Wochen traf die Antwort ein. Es wurde mitgeteilt, dass die Interpretation korrekt sei und die Urkunde von 1334 als Ersterwähnung von Rietz herangezogen werden kann.
Somit war das Jubiläum 675 Jahre Rietz 2009 „Amtlich verbrieft“ und das Alter des Dorfes Rietz ist vielleicht beim Autor umstritten in der neueren Forschung ist es das nicht.

Wolfgang Ucksche
Treuenbrietzen

SABINCHEN Postkarte1 I. Sabinchen und ihr Lied
Persönliche Erlebnisse
Beginnen möchte ich mit zwei persönlichen Erlebnissen, wie sie jeder andere Treuenbrietzener in dieser oder jener Form auch schon erlebt haben mag. Ich wollte  meinen Urlaub im Steigerwald verbringen, rufe bei einer privaten Vermieterin in Wiesenbronn an. Die Frau am anderen Ende möchte von mir Namen und Wohnort wissen: „Wo wohnen Sie? Könnten Sie es noch einmal langsam wiederholen?“ Ich tue es. „Ach“, sagt sie, „kommt da nicht das Sabinchen her?“ – Ein anderes Mal sitze ich als Urlaubsvertretung in unserem Heimatmuseum. Ein Besucher steigt die knarrende Treppe empor. Er sei aus Koblenz, teilt er mir mit, arbeite dort ehrenamtlich bei den Jagdhornbläsern. Für den nächsten großen Auftritt brauche er dringend den Text des Sabinchenliedes. Ob ich ihm helfen könne? Natürlich konnte dem Manne geholfen werden. Mit einer Postkarte, auf der sich Text, Noten und sogar noch eine bildliche Darstellung der grausigen Moritat befanden.
Das Lied vom Sabinchen hat Treuenbrietzen scheinbar in ganz Deutschland bekannt gemacht, auch wenn nicht einmal feststeht, ob das besungene Frauenzimmer tatsächlich aus dieser Stadt stammt. Fest steht nur, sofern man dem Text Glauben schenken kann, dass der Schuster, dieser „rabenschwarze Hund“, aus Treuenbrietzen daher kam. Wo er seine grausige Tat verübte bleibt im Dunkeln. Das hat in der Vergangenheit oft zu ärgerlichen Reaktionen der hiesigen Schuhmacher geführt, die meinten, ihre Zunft und ihre Stadt würden durch diese Verse verunglimpft.

Es ist seit einigen Jahren zu einer schönen Tradition geworden, dass ein Tag der Sabinchenfestspiele in einem der Dörfer stattfindet, die jetzt als Ortsteile zur Stadt Treuenbrietzen gehören. In diesem Jahr wanderte „Sabinchen“ nach Brachwitz.

 clip_image002
Ortschronist Helmut RUHLE  vor der Ausstellung zur Dorfgeschichte

Zunächst ging es in den Mittelpunkt des Dorfes, in die Kirche. Dort erwartete Ortschronist Helmut RUHLE am 20.Juni ab 11.00 Uhr bereits ungeduldig die Gäste. Er hatte drei Ausstellungen vorbereitet, um über Besonderheiten der Ortsgeschichte zu informieren. Die zentrale Ausstellung befindet sich vor dem Altar der Kirche. Sie zeigt die Originalfotos von zwei Kaseln und erläuternde Informationen zur Geschichte der Kaseln. Die beiden aus dem späten Mittelalter stammenden Kaseln, die den Priestern als liturgische Gewänder dienten, waren hinter dem Altar der Brachwitzer Dorfkirche so sorgfältig versteckt worden, dass sie dort die Jahrhunderte überdauerten und erst Ende des 20.Jahrhunderts bei Sanierungsarbeiten in der Kirche wieder zum Vorschein kamen. Heute lagern die beiden Kaseln als wichtige und nur schwer zugängliche Ausstellungsstücke im Domstiftsarchiv des Doms zu Brandenburg. Ortschronist Helmut RUHLE gelang es nach beharrlichen Bemühungen, die Erlaubnis zum Fotografieren zu erhalten, sodass er anlässlich der Sabinchenfestspiele in der Lage war, die Originalfotos der beiden Kaseln mit Schenkungsurkunde an die Kirchengemeinde zu überreichen.

clip_image002[18]Bäckereien und Konditoreien in Treuenbrietzen ab 1900
In Treuenbrietzen gab es stets eine erstaunliche Anzahl von Bäckereibetrieben. Heute im Jahr 2009 existiert als einziger der Bäcker- und Konditorbetrieb Timo Sieberhein.  Es ist zum Teil sehr schwierig, genaue Angaben über die eingegangenen Bäckerhandwerksbetriebe zu ermitteln. Im Vergleich zu den in den Akten der Bäckerinnung, der Broschüre „650 Jahre Bäckerinnung in der Stadt Jüterbog“ und in den „Chroniken der Stadt Treuenbrietzen“ von Pischon (1871) sowie von Ernst-Peter Rabenhorst (2009) erfassten Handwerksbetriebe konnten hinsichtlich der Standorte in Treuenbrietzen insbesondere die in der Zeit ab etwa 1900 vorhandenen Bäckereien erfasst und nachfolgend benannt werden:

brunnen Der Hohenzollern /Sabinchenbrunnen soll in nächster Zeit saniert werden. Aus diesem aktuellen Anlass möchte ich noch auf einige Dinge hinweisen.
Nach meiner Ansicht sind es zwei Überlegungen die es zu beachten gilt. Zum einen sind es die Historischen Belange und zum anderen die Touristischen Belange, sprich die Vermarktung der Sabinchengeschichte.
Aus historischer Sicht ist noch folgendes interessant. Als der spätere Kurfürst Friedrich der I. im Jahre 1412 in die Mark Brandenburg kam fand er ein ziemliches Kaos vor. Der Adel raubte und plünderte nach Belieben die Kaufleute und auch die Städte aus. Um diesem Treiben ein Ende zu machen verbündete er sich mit einer Reihe von Fürsten. Er forderte aber auch die Bürger der Städte auf, ihn bei seinen Kriegszügen gegen den Adel zu unterstützen.

Vor kurzem konnte Herr Ernst-Peter Rabenhorst den 1. Teil der „Chronik der Stadt Treuenbrietzen“ im Rathaus seinem Publikum vorstellen. Diese Chronik ist eine Anknüpfung an die bereits 1871 veröffentlichte Chronik von Nathanael Pischon.
Sie ist interessant zu lesen und in der Buchhandlung Treuenbrietzen käuflich zu erwerben.

Bürgermeister Hempel und die Zeit nach der März-Revolution (1848-1853)
Auszug aus der Chronik der Stadt Treuenbrietzen Teil I (1848 – 1917) von Ernst-Peter Rabenhorst, erschienen 2009, Treibgut Verlag Berlin, ISBN 978-3-941175-09-9

Fortsetzung von diesem Beitrag.

Aus dem Innungsleben das Bäckerhandwerks in früheren Jahrhunderten

Nicht jeder junge Bursche konnte Bäcker werden. Mancherlei Bedingungen waren mit dem Eintritt in die Lehre bei einem zünftigen Meister verbunden. Seine eheliche Geburt und seine deutsche Abstammung musste der angehende Lehrbursch, falls es nicht ein bekannter Meistersohn war, unbedingt nachweisen. Dreimal nach Handwerksbrauch musste sich der Lehrlingsanwärter beim Gewerk melden. Auch darüber – wie über alle Innungsangelegenheiten – wurde ein Protokoll aufgenommen.

Hatte der Lehrling seine Lehre beendet oder ausgestanden, so wurde er nach den alten Zunftregeln feierlich bei Kerzenschein los- und freigesprochen. Feierlich, wie jede Handlung im Innungsleben, war auch die Lehrlingslosprechung. Dem neugebackenen Gesellen wurde dann der Lehrbrief ausgehändigt, deren "Copia“ der Innung verblieb.

Am 14. Dezember 1913 wurde in Treuenbrietzen der Hohenzollernbrunnen eingeweiht. Auf dem Sockel stand eine Bronzefigur, die den Kurfürsten Friedrich I. von Hohenzollern darstellte.

Im Fläming-Echo der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 6. Juli 2006 hieß es auf Seite 16: Die Aufstellung des Kurfürsten Friedrich I. sei indes eine reine „Präsentation der Monarchie“ gewesen und habe keinerlei „direkte Verbindung zur Stadt“ gehabt.

Flickr Tag Error: Call to resolve user 'treuenbrietzen' to an NSID failed.

Error state follows:

  • message: Writing to /srv/www/vhosts/heimatverein-treuenbrietzen.de/httpdocs/wp-content/plugins/flickr-tag/cache/583228e43237eca380415234bdf3a552.cache failed. Make sure the cache directory is writable by the webserver.

Nun, ganz so war es dann doch nicht, wie noch zu lesen sein wird.
Um die Jahreswende 1943/44 wurde die Bronzestatue auf Veranlassung des Magistrats vom Sockel abgenommen und auf dem Ratshof eingelagert. Noch bis 1949 wurde sie dort gesehen. „Die Abnahme der Brunnenfigur stand im Zusammenhang mit der Ablieferung von Metallen „für die Rohstoffversorgung zur Durchführung des Krieges“ und fiel der so genannten „Metallspende des deutschen Volkes“ zum Opfer.

Fortsetzung von diesem Beitrag.

„Die Satzungen der Bäcker-Innung zu Treuenbrietzen vom Jahre 1706

Für das Innungsleben von größter Wichtigkeit sind die Satzungen aus dem Jahr 1706. Sie sind auf Pergament geschrieben, tragen die Unterschrift des Königs Friedrich I., ebenso sein großes Siegel in der Kapsel. Ausgestellt sind sie am 26. Februar. Wir sehen, dass der Rat der Stadt mit seinem einst so wichtigen Aufsichtsrecht ausgeschaltet worden ist, dass der Landesherr dieses Recht für sich beansprucht. Wohl hat der Rat der Stadt die neuen Satzungen, die dem König eingereicht werden, gebührend durchgesehen, wie ausdrücklich in der Einleitung erwähnt wird.

Baecker-Muehle 037
Ausstellungsvitrine Bäckerhandwerk im Heimatmuseum Treuenbrietzen

 

Brot ist weltweit eines der wichtigsten Nahrungsmittel. Mit Brot wird ein großer Anteil der für die Ernährung des Menschen notwendigen Nährstoffe gedeckt. Das Brot hat dabei im Laufe seiner geschichtlichen Entwicklung vielfältige Formen angenommen: Fladenbrot, Ringbrot, Baguette, Kastenbrot,…usw.
Die Geschichte des Brotes begann in der jüngeren Steinzeit mit den Haubenfladen. In Europa wird seit etwa 6000 Jahren Brot gebacken.  Vielfältige Entwicklungsstufen der Backgeräte und Backöfen wurden durchlaufen, von einer Backglocke aus Keramik bis zur vollautomatisierten Backstraße.

Kategorien