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Historisches allgemein


Kleidergesetze im 15. und 16. Jahrhundert

Über den Begriff der Freiheit wird gern ein Wort gesprochen. Ein Lied darüber trällert  z.B. aus dem Radio oder einem anderen Audiogerät.

Was hat Freiheit mit Kleiderordnung gemeinsam?      Eine kleine Zeitreise - auf  die möchte ich Sie mitnehmen  ... ... ....    Mehr lesen   ... ...   in der nächsten Ausgabe.

K. Franz

 


 

Historisches Allgemein

Anlässlich des „Karl-Marx-Jahres“ am 10. Mai 1953, vollzieht DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl in einem Staatsakt die Umbenennung von Chemnitz in Karl-Marx-Stadt. Begründet wird das mit der starken Tradition der Arbeiterbewegung in der Stadt. 1990 erfolgt die Rückbenennung.

 

W. Ucksche  

 


Josef Stalin

Vor 70 Jahren, am 5. März 1953 starb der sowjetische Diktator Josef Stalin. Anfang 1953 war der 74 Jahre alte Kreml-Chef in keiner guten gesundheitlichen Verfassung. Das verstärkte seine ausgeprägte Paranoia. Zuletzt trifft es die Ärzte. Am 13. Januar 1953 meldete die sowjetische Nachrichtenagentur Tass, in Moskau sei eine Gruppe von „Schädlingsärzten“ verhaftet worden. Die zumeist jüdischen Mediziner wurden des Plans bezichtigt, ihn umbringen zu wollen. Zudem hätten sie Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten und eine „zionistische“ Verschwörung geplant. Die entsprechenden Geständnisse wurden vom Geheimdienst mit Folter und Misshandlungen von den beschuldigten abgepresst. Im Mai sollten sie deswegen auf dem Roten Platz hingerichtet werden. Dazu kam es nicht mehr. Am frühen Morgen des 1. März1953 im Anschluss an das übliche Trinkgelage mit seinen engsten Vertrauten erlitt er einen Schlaganfall von dem er sich nicht mehr erholte. Er starb am 5. März 1953 um 21.50 Uhr.

Millionen von Menschen gehen auf das Konto des „Woschd“ (Führers). Ein Zitat von Stalin lautet: „Ein toter Mann ist eine Tragödie, eine Million Tote sind eine Statistik“.

Unter Wladimir Putin etabliert sich Stalin in Russland wiederum mehr und mehr als großer Staatsmann. Deswegen wurden seit 2013 auch mindestens siebzig neue Stalin-Denkmäler errichtet.

W. Ucksche

 

Stalin

Bertholt Brecht

Vor 125 Jahren, am 10. Februar 1898 wurde der Dramatiker und Lyriker Bertholt Brecht als Sohn gutbetuchter Eltern in Augsburg geboren. „Glotzt nicht so romantisch“ war Brechts eindringlicher Appell an die Zuschauer, als sein Kriegsheimkehrstück „Trommeln in der Nacht“ im Jahr 1922 in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurde. Das war der Kampfruf eines neuen Theaters, das die Zuschauer nicht mehr einlullen und verzaubern wollte, sonder zu einem wachen Blick auf das Gemachte aufforderte. Als junger Mann hat er für reichlich Skandale gesorgt, hat Frauen geliebt und ausgenutzt. Er hat sie für sich arbeiten lassen und ihre Ideen gestohlen. Brecht hat mehr als 30 Theaterstücke geschrieben, dazu kommen 2500 Gedichte und Lieder sowie ein umfangreiches Prosawerk. Was bleibt? Sicher die „Dreigroschenoper“ und natürlich berühmt gewordenen Sätze wie: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“.

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“.

„Immer schreibt der Sieger die Geschichte der Besiegten.

Dem erschlagenen entstellt der Schläger die Züge.

Aus der Welt geht der Schwächere, und zurück bleibt die Lüge“.

W. Ucksche

 

Bertold Brecht

Die Schrecken des Krieges

In Mecklenburg gibt es ein Gedenktafel für drei Brüder, die am selben Tag auf Kreta fielen. Der jüngste der drei war Hans- Joachim Graf von Blücher (17 Jahre alt), der zwei Jahre ältere Bruder Lebrecht, sowie der mit 24 Jahren älteste der drei, der Ritterkreuzträger Wolfgang – sie alle kamen am 21. Mai 1941 beim deutschen Luftangriff auf Kreta ums Leben. 45 000 britische, australische und neuseeländische sowie griechische Soldaten hielten jene Insel, die zum Schutz der Geleitzüge nach Ägypten und des Suezkanals von strategischer Bedeutung war. Gerade einmal 10 000 Fallschirmjäger, mit Unterstützung von Gebirgstruppen, sollten auf der Insel landen und die vierfach größere feindliche Armee bezwingen – was auch gelang! Insgesamt starben 4154 Männer auf Seiten der Deutschen. Während Lebrecht irgendwo verscharrt ist, ruhen Wolfgang und Hans-Joachim nebeneinander auf dem kretischen Soldatenfriedhof Maleme.

Aber halt, da war doch etwas: Graf von Blücher? Der Vorfahre der drei Brüder war der berühmte Gebhard Lebrecht von Blücher, der Held aus den Befreiungskriegen. „rangehen wie Blücher“- jenes Sprichwort, das die Soldaten  des preußischen „Marschalls Vorwärts“ prägten. Er, der zu den Siegern der Völkerschlacht bei Leipzig gehört hatte und 1815 den verbündeten Engländern bei Waterloo gerade noch rechtzeitig zur Hilfe kam, so dass sich das Blatt wendete und Napoleon die Schlacht verlor. Der Englische Oberbefehlshaber Wellington soll kurz zuvor noch gebetet haben „Gott gebe es werde Nacht oder die Preußen kommen.


 

Revolution 1848

Die Deutsche Revolution von 1848

 

Vor 175 Jahren gingen die Bürger auf die Barrikaden – für nationale Einheit, demokratische Freiheit und die Republik. Die Gewaltgeschichte der Berliner Revolution beschränkte sich auf wenige Tages- und Nachtstunden vom 18. auf den 19. März 1848. 183 Kämpfer fielen auf Seiten der Aufständischen. Friedrich Wilhelm IV. „der Romantiker auf dem Thron“, zog am 19. März seine Soldaten bedingungslos vom Berliner Schloss und aus der ganzen Stadt ab. Er bekundete dann den „Märzgefallenen“ die auf dem Schlossplatz aufgebahrt waren, seine ehrende Anteilnahme. Ricada Huch stellte dazu fest: der Gefechtslärm sei auch ein „Abschiedsfeuerwerk der Biedermeierzeit“ gewesen. Denn die „gemütliche Handwerkerstadt“ Berlin mit ihren 400 000 Einwohnern wandelte sich seit 1848 binnen weniger Jahrzehnte in eine Vier-Millionen-Metropole, in der Finanz, Handel und Industrie den Lebensrhythmus des Massenzeitalters diktierten. In Frankfurt am Main widmet sich eine Ausstellung der Revolution von 1848/49. Die Frankfurter Paulskirche war Tagungsstätte für das erste deutsche Parlament, die Nationalversammlung. 809 Abgeordnete stritten hier über die Verfassung für einen zu errichtenden deutschen Nationalstaat. Und als am 31. März 1848 die Abgeordneten aus den Länder des Deutschen Bundes in Frankfurt eintrafen, fanden sie dort eine Feststimmung vor. Fahnen und Tannenzweige säumten die Gassen. Beim Einzug der Parlamentarier  und des Reichsverwesers Erzherzog Johann von Österreich war die Stadt festlich in Schwarz-Rot-Gold gehüllt, und Tausende jubelten ihnen zu. Am 16. September 1848 ermordete ein linker Mob die Konservativen Abgeordneten Hans von Auerswald und Felix von Lichnowsky auf brutale Weise. Schließlich kulminierte die aufgeladene Stimmung am 18. September, als es zu antipreußischen Unruhen vor der Paulskirche und Barrikadenkämpfen kam. Ein massives Militäraufgebot musste die Ruhe und Ordnung wieder herstellen. Elf gefallene Soldaten und 40 getötete Barrikadenkämpfer waren die Bilanz des Aufstands. Die Frankfurter Schau kommt zu dem Fazit, dass die Revolution zwar scheiterte, aber viele Errungenschaften trotzdem bestehen blieben. Preußen blieb Verfassungsstaat, eine breite Öffentlichkeit aus politischen Vereinen und Zeitungen blieben erhalten und trug das nationaldemokratische Bewusstsein fort.

W. Ucksche


Siebenjähriger Krieg

Im Jahr 1756 begann der Siebenjährige Krieg. König Friedrich der II. marschiert mit 60.000 Preußen von Potsdam kommend über Treuenbrietzen und überschreitet die Sächsische Grenze. Er besetzt als erstes die damals zu Sachsen gehörende Stadt Jüterbog.

Mit dem Frieden von Paris endet vor 260 Jahren, am 10. Februar 1763 der Siebenjährige Krieg in Europa und Übersee zwischen den Kolonialmächten Großbritannien, Frankreich, Spanien und Portugal. Fünf Tage später erfolgt der Friede von Hubertusburg zwischen Preußen, Österreich und Sachsen.

W. Ucksche

 

Die Fünfte Jahreszeit

Endlich fand wieder die schwäbisch-alemannische Fasnet mit ihren schier aus der Zeit gefallenen Bräuchen statt. Damen und Herren jeglicher politischer Couleur werden in der fünften Jahreszeit dem folgend viel Spaß miteinander haben. Und allen Spaßbremsen, Tugendwächtern, Blockwarten und Anschwärzern sei geraten, bis Aschermittwoch Augen und Ohren fest zu verschließen und einen großen Bogen um das Narrenland der Schwaben und Alemannen zu machen. Im Mittelalter wollte die Menschen vor Fastenbeginn die noch vorhandenen Lebensmittel aufbrauchen. Da die Kirche den Verzehr von Fleisch und tierischen Produkten wie Schmalz, Fett, Milch, Käse, Butter und Eiern untersagte, wollten unsere Vorfahren noch einmal richtig die Sau rauslassen. Was zu verderben drohte, wurde aufgetischt, exzessive wurde gegessen und getrunken, musiziert, getanzt, gefeiert. Und wer es den Pfaffen mal so richtig zeigen wollte, der vermummte sich und zog in Teufels- oder Dämonengestalt oder als gottloser Narr lärmend durch die Straßen. Das Hauptwochenende beginnt mit dem „Schmotziger Dunschig“,der Weiberfastnacht, und endet am Aschermittwoch, wo bekanntlich alles vorbei ist. Mut für den dann beginnenden Alltag macht das Überlinger Narrenbuch von 1863 in seinem Vorwort: „Ihr Narren! Die ihr diese Worte in vielleicht 200 Jahren leset, denkt, daß schon 1.000 Jahre vor Euch menschliche Wesen gelebt haben, deren Herz für Liebe und Freude, für Freundschaft und Geselligkeit schlug, und daß es Narren gab, welche dem Vorbild ihrer Urgroßväter getreu, sich jedes Jahr fröhlich in die Arme der Narrenheit geworfen haben“.

W Ucksche


Frühe Christianisierung am Roten Meer

Das aksumitische Königreich, welches vom 1. bis zum 10. Jahrhundert n. Chr. Existierte und das heutige Eritrea sowie Teile von Äthiopien, des Sudan und des Jemen kontrollierte, war seinerzeit eine Großmacht. Daher stand es auch mit dem Mittelmeerraum in Verbindung und pflegte Kontakte zum Imperium Romanum. Hieraus resultierte schließlich zur Mitte des 4. Jahrhunderts die Konversion zum Christentum. In der ehemaligen Hafenstadt Adulis am Roten Meer fand man bei Altersbestimmungen an zwei ehemaligen Kirchen heraus, dass diese zwischen 400 und 535 beziehungsweise 480 und 625 gebaut wurden. Damit gehören die Gebäude zu den ältesten Gotteshäusern im früheren Aksum. Wobei die zuletzt errichtete Kirche dann bald mit dem Vordringen des Islam zu einer muslimischen Begräbnisstätte umfunktioniert wurde.


Der brandenburgische Kurfürst Joachim II. Hektor lässt am 05. August 1567 zur Volksbelustigung auf der Havel einen Bootskampf zwischen Berlinern und Spandauern vorführen. Dieser eskaliert zum gewalttätigen „Knüppelkrieg“, der das Verhältnis beider Städte langfristig vergiftet.


26. November 1812

Beim Rückzug vor den Kosaken des Zaren Alexander I. über den Fluss Beresina wird von den übriggebliebenen 70.000 Soldaten der einst 450.000 Mann starken Grande Armèe Napoleons fast die Hälfte aufgerieben.

 

Hungern auf Stalins Befehl

Der erste Fünfjahresplan der Sowjetunion für den Zeitraum von 1928 bis 1933 sah die beschleunigte Industrialisierung des Landes vor – nicht zuletzt, um Waffen für die Rote Armee zu produzieren. Allerdings waren die Rüstungsbetriebe der UdSSR außerstande die nötigen Waffen herzustellen. Deshalb setzte Stalin auf den massenhaften Import von Maschinen oder auch gleich von ganzen Industrieanlagen aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Schweden und Italien. Die verwendeten Devisen stammten in allererster Linie aus dem Export von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Mais. Vor diesem Hintergrund herrschte bald extreme Knappheit an Getreide und auch die Zwangskollektivierung wirkte sich negativ aus. Dazu kamen zwei Missernten und sinkende Erträge aufgrund fehlender Zugtieren beziehungsweise Traktoren. Mit einer Eintreibungskampagne der Parteiführung wurden bis zu 75 Prozent des noch vorgefundenen Getreides beschlagnahmt. Dadurch gab es bereits im März 1932 die ersten Hungertoten in der Ukraine. Da auch das Saatgetreide konfisziert wurde, sind die Weichen damit auf eine Hungersnot gestellt worden, was auch der Parteiführung klar wurde. In dieser Situation erließ der Kreml eine Verordnung, der zufolge jeder erschossen werden konnte, der Nahrungsmittel versteckte, um zu überleben. Weitere Entscheidungen des Zentralkomitees der KPU führten dazu, dass die Hungerkatastrophe in der Ukraine – genannt „Holodomor“ (von „Holod“ für „Hunger“ und „Mor“ für „Massensterben“) - apokalyptische Ausmaße annahm. Der Höhepunkt der mutwillig herbeigeführten Hungersnot in der Ukraine lag in den Monaten Juni bis September 1933, bei denen zwischen drei und sieben Millionen Menschen verhungerten. Für diese Geschehnisse gab es ein Holodomor-Denkmal in Mariupol, welches die Russischen Besatzungsbehörden im Oktober 2022 als angebliches „Symbol politischer Desinformation“ beseitigen Ließen.

 

Gründung der GSG 9

Die Olympischen Spiele von 1972 in München sollten friedliche und fröhliche Spiele werden. Dabei gab es immer wieder Warnungen vor einem Attentat auf Sportler oder Zuschauer, die aber sämtlich ignoriert wurden. Und tatsächlich drangen dann am frühen Morgen des 5. September 1972 acht Mitglieder der palästinensischen Terrormiliz Schwarzer September in die Unterkunft der israelischen Mannschaft ein, erschossen den Ringer-Trainer Mosche Weinberg und den Gewichtheber Josef Romano und nahmen neun weitere Sportler, Trainer und Kampfrichter als Geiseln. Anschließend verlangten die Attentäter die Entlassung von 328 Gesinnungsgenossen in Israel sowie die RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Enslin und Ulrike Meinhof. Letztendlich kam es zu einem Schusswechsel zwischen der Polizei und den Terroristen in deren Verlauf alle neun Geiseln sowie der Münchner Polizeiobermeister Anton Fliegerbauer ums Leben kamen. Fünf Attentäter wurden erschossen und drei gefangengenommen. Dieses faktische Totalversagen bei der versuchten Geiselbefreiung resultierte aus der Inkompetenz der Verantwortlichen, die zahlreiche falsche Entscheidungen getroffen hatten. Doch damit nicht genug: Am 29. Oktober 1972 gelang dem Schwarzen September auch noch zwei der festgenommenen durch die Entführung des Lufthansa-Fluges 615 von Damaskus nach Frankfurt am Main frei zupressen. In der Bundesrepublik führte das Fiasko von München am 26. September 1972 zur Gründung der Antiterrorgruppe GSG 9. Die Einheit konnte schon wenige Jahre später, im Herbst 1977 bei der Geiselbefreiung der von Terroristen entführten Lufthansa-Maschine in Mogadischu ihr Können zeigen. Der damalige Bundesgrenzschutz-Oberstleutnant Ulrich Wegener gab den Anstoß zur Aufstellung der GSG 9 und war deren langjähriger Kommandeur. Übrigens wurde Ulrich Wegener in unserer Nachbarstadt Jüterbog geboren.

 

W. Ucksche

 


Rom sieht schwarz

Am Morgen des 30. Oktober 1922 empfing König Emanuel III. von Italien einen Mann im Schwarzhemd namens Benito Mussolini und ernannte ihn zum Ministerpräsidenten. Nach dem Ersten Weltkrieg war der italienische Staat praktisch bankrott. Es kam zu Streuerhöhungen und die Währung Lira  sank auf ein Fünftel des Wertes von 1913, was wiederum zu drastischen Preiserhöhungen führte. Dies bewirkte Dauerstreiks und Fabrikbesetzungen. Auch viele Pächter und Landarbeiter erhoben sich gegen die Grundbesitzer und streikten. In diesen Wirren vollzog sich der Aufstieg Mussolinis. Dieser Mann begann seine politische Karriere als Sozialist und Marxist, trat seit Oktober 1914 für den Kriegseintritt Italiens auf Seiten der Entente ein, bevor er sich endgültig vom Marxismus abwendete. Direktes Vorbild besaß der „Marsch auf Rom“ für Hitler. Er wollte am 09. November 1923 einen „Marsch auf Berlin“ vollziehen, wurde aber schon an der Feldherrenhalle in München gestoppt, bevor er überhaupt richtig begann.

 

W. Ucksche

 

Die Herrnhutter Brüdergemeinde

Vor 300 Jahren wurde der Grundstein für die an keine Konfession gebundene Herrnhutter Brüdergemeinde in Sachsen gelegt. Die vor der Rekatholisierung aus Mähren geflüchteten Böhmischen Brüder werden von dem Grundbesitzer Nikolaus Ludwig, Reichsgraf von Zinzdorf aufgenommen. Dieser sorgt auch dafür, dass am 17. Juni 1722 an der Landstraße zwischen Löbau und Zittau, eine Siedlung gegründet werden konnte. Die „Gemeinschaft von Brüdern“ nennt ihre Siedlung – weil „unter des Herrn Hut“ stehend – Herrnhut. Damals ahnte wohl keiner, dass sie zur Keimzelle einer heute die Welt umspannenden kirchlichen Erneuerungsbewegung werden sollte, die gegenwärtig in mehr als vierzig Ländern auf fünf Kontinenten aktiv ist ist. Als alle Gemeinden verbindendes Symbol wählen die ersten Herrnhuter das aus dem Mittelalter bekannte, die Siegesfahne tragende Lamm Gottes. Jesus gilt den Herrnhuttern als das allein verbindende, nicht die Konfession. Ein zweites Symbol der Brüdergemeinde, ist der Herrnhutter Stern. Erfunden wird er Anfang des 19. Jahrhunderts. Gebaut mit 25 Spitzen, 17 vier- und dreieckigen Zacken leuchtet er heute weltweit als Weihnachtsstern in vielen Wohnungen und auf kommunalen Plätzen. Der Stern strahlt für alle Menschen, egal, welcher Religion, Kultur oder Nation sie angehören.

 

W. Ucksche

 


Das Lied der Deutschen

In der letzten Strophe des volkstümlichen „Liedes der Deutschen“ wurde von dessen Dichter Heinrich August Hoffmann von Fallersleben , Einigkeit und Recht und Freiheit als des Glückes Unterpfand beschworen. Dieses Lied erhob Reichspräsident Friedrich Ebert vor hundert Jahren am 11. August 1922 zur Nationalhymne. Der Präsident griff auf ein Lied zurück, das aus dem Volke kam und nicht dem Volke verordnet werden musste. Auf diese Weise verhielt er sich sehr demokratisch. Außerdem sangen längst auch Sozialdemokraten dieses Lied der Deutschen, um zu bekunden, keine vaterlandslosen Gesellen, sondern eine nationale Kraft zu sein, die fest im Volk verankert ist.

 

„Pariser Bluthochzeit“

Ein Morden auf allen Straßen. Die Bartholomäusnacht am 24. Oktober 1572 markiert einen Höhepunkt im französischen Religionskrieg zwischen Katholiken und Calvinisten, auch Hugenotten genannt. Vom Glockenturm einer Kirche nahe des Louvre-Palastes ertönte um 3 Uhr morgens ein gewaltiges Läuten. Doch es rief nicht die frommen zum Gottesdienst an diesem 24. August 1572. Vielmehr begann in Paris ein kaltblütig geplanter Massenmord, der seinesgleichen in der Geschichte sucht – die Bartholomäusnacht, benannt nach dem Apostel Bartholomäus. Die verantwortlichen für diese Massaker standen an der Spitze des französischen Staates. Katharina de Medici, die das Land provisorisch regierte, gab den Anstoß zur Hugenottenverfolgung. Am Abend des 24. August lagen etwa 3000 Hugenotten, vom Kleinkind bis zum Greis, in ihrem Blut.

 

Erste Polnische Teilung 1772

Russland, Österreich und Preußen annektierten nach dem Vertrag von Sankt Petersburg 1772 Teile des polnischen Staates. Der vorläufige Teilungsvertrag zwischen Russland und Preußen wurde am 17. Februar 1772 in Petersburg unterzeichnet. Endgültig einigte man sich an gleicher Stelle mit Österreich im Pakt vom 5. August. Das hinderte alle Beteiligten aber nicht daran, bis 1794 in zwei weiteren Teilungen den Staat Polen für mehr als hundert Jahre  von der Landkarte zu streichen.

 

Aufbau der NVA

Der Parteikongress der SED beschließt am 10. Juli 1952 den Aufbau der Nationalen Volksarmee (NVA). Solange die Bundesrepublik keine Armee aufstellt, soll statt dieser offiziellen DDR- Streitkraft jedoch zuerst die Kasernierte Volkspolizei zur 100.000-Mann-Truppe ausgebaut werden.

 

W. Ucksche

 


 

Der Nürnberger Kodex

1947, vor 75 Jahren wurde von den Alliierten der Nürnberger Kodex beschlossen. Anlass für den Nürnberger Kodex waren die während der Zeit des Nationalsozialismus im Namen der medizinischen Forschung begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, insbesondere der verbrecherischen medizinischen Experimente. Er besagt, dass bei medizinischen Versuchen an Menschen die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson unbedingt erforderlich ist. Die betreffende Person muss unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder irgendeine andre Form der Überredung oder des Zwangs, von ihrem Urteilsvermögen Gebrauch machen Können.

 

W. Ucksche


 

30 Jahre AG Historische Stadtkerne

Am 22. Mai 1992 wurde die Arbeitsgemeinschaft mit Anfangs 20 Städten gegründet. Heute gehören der AG 31 Städte mit historischen Stadtkernen an. 30 erfolgreiche Jahre der Stadterneuerung und der interkommunalen Zusammenarbeit liegen hinter uns – unterstützt von der Städtebauförderung des Bundes, des Landes Brandenburg und der Kommunen. Die Kietzstraße in Treuenbrietzen ist die letzte Straße im Ort, die im Zuge der Sanierung noch in diesem Jahr fertig gestellt wird.

 

W. Ucksche

 

Heinrich Schliemann
Vor 200 Jahren, am 6. Januar 1822 wurde Heinrich Schliemann in Neubukow in Mecklenburg geboren. Schliemann – bekannt als „Vater der deutschen Archäologie“- gilt als Entdecker von Troja. Seine Grabungsmethoden werden heute etwas kritischer bewertet. Schliemann widmete sich erst mit Anfang 40 der Archäologie. Davor führten ihn seine Unternehmungen unter anderem nach St. Petersburg, Kalifornien, Indien, Japan und China.

 

W. Ucksche

 

„Aktion Ungeziefer“
Durch die Gründung der DDR und der BRD entstand 1949 die innerdeutsche Grenze. Vor 70 Jahren, Ende Mai 1952 fanden in der DDR an der nun abgeriegelten innerdeutschen Grenze ausgiebige Vertreibungen statt. Über die selbige ergoss sich in der Folgezeit ein endloser Strom von Übersiedlern in Richtung Westen. Bis Ende 1951 lag deren Zahl bei knapp 500.000. Um diese Abstimmung mit den Füßen zu stoppen, verschärfte die DDR, auf Anweisung der sowjetischen Besatzungsmacht, ihr Grenzregime Schritt für Schritt. Die Aussiedlung geschah reichlich willkürlich. Neben ehemaligen NSDAP- Mitgliedern und Offizieren der Wehrmacht sowie Oppositionellen mussten auch Bürger mit Westverwandtschaft, Kirchgänger, „Bibelforscher“, „RIAS-Hörer“, „Asoziale“ sowie Gewerbetreibende und Einzelbauern die Sperrzone und damit ihre Heimat für immer verlassen. Die Vertreibung erfolgte am 5. und 6. Juni1952 durch Kommandos der Staatssicherheit und der Volkspolizei. Vielfach blieben den Leidtragenden nur ganze zwei Stunden, um ihre bewegliche Habe zu packen. Es gab keinerlei Entschädigungen für das zurückgelassene Eigentum. Der Name „Aktion Ungeziefer“ ging wohl aus der zynischen Wortwahl des thüringischen Innenministers Willy Gebhardt hervor, welcher am 9. Juni 1952 stolz die erfolgreiche „Beseitigung des Ungeziefers“ entlang der Grenze meldete.

 

W. Ucksche


II. Weltkrieg

Vor 80 Jahren, am 29. März 1942 greifen Britische Bomber in Lübeck erstmals Innenstädte an, um möglichst viele Zivilisten und Kulturgut zu vernichten. Die Area Bombing Directive Nr. 5 von Arthur Harris zerstört die historischen Viertel der alten Hansestadt, Hunderte Menschen sterben.

 

Falklandkrieg

Vor 40 Jahren, am 02. April 1982 landeten ohne vorherige Kriegserklärung, mit Unterstützung der Flotte und der Luftstreitkräfte, Einheiten der argentinischen Armee auf der Hauptinsel der Falklandgruppe. Am 04. April 1982 erklärte Argentinien die nunmehr „Malwinen“ genannten Falklands zu seiner 24. Provinz und Spanisch zur neuen Landessprache. Das britische Atom U-Boot „Conqueror“ torpedierte am 02. Mai 1982 den argentinischen Kreuzer „General Belgrano“ wobei hunderte Seeleute umkamen und der bewaffnete Konflikt nunmehr zum Krieg eskalierte. Nach heftigen Beschießungen und Bombardierungen und dem Absetzen britischer Kommandotruppen, kapitulierten die Argentinischen Truppen auf den Falklands am 15. Juni 1982.


11. März 1822: Mit dem „Edikt betreffend die Bürgerlichen Verhältnisse der Juden in dem Preußischen Staate“ von König Friedrich Wilhelm III. wurden Juden rechtlich gleichgestellte preußische Staatsbürger mit weitgehender Niederlassungs-, Handels- und Gewerbefreiheit.

 

19. März 1452: König Friedrich III. wird in Rom von Papst Nicolaus V. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Der Habsburger erfährt damit die vorletzte Kaiserkrönung des Papstes (Kaiser Karl V. folgte 1530), aber es ist die letzte Zeremonie in Rom.


Bevölkerungsentwicklung

 

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden teilte am 8. Januar 1952 mit, dass knapp 20 Prozent der Bevölkerung der Bundesrepublik, also 9,6 Millionen Menschen, Vertriebene aus den Ostprovinzen des Deutschen Reiches und Ostmitteleuropa sind.


 

Bauernregeln

 

Orientierte man sich im Jahreslauf anhand der allseits bekannten Regeln, um dem Wettereinfluss auf Saat und Ernte zu begegnen, bieten heutzutage Messinstrumente und Berechnungen die zuverlässige Vorschau. Anhand der langjährig eingetretenen Ereignisse lässt sich einschätzen, dass bekannte Regeln wie z. B. zum Siebenschläfertag bis zu 60 % sicher eintreffen. Welche Beobachterleistung!

Für die kleine Freude am Beobachten hier drei Regeln für Februar und März.

 

Felix und Petrus (21. und 22. Februar) zeigen an, was wir 40 Tage für ein Wetter haben.

 

Siehst du im März gelbe Blumen im Freien, kannst du getrost den Samen streuen.

 

Ein grüner März erfreut kein Bauernherz.

 

Kerstin Franz

 


 

Die Teilung des Frankenreiches

Am 7. November des Jahres 921 wird auf einem Schiff in der Mitte des Rheins bei Bonn zwischen dem Ludolfinger Heinrich dem I. Und dem Karolinger Karl dem III. die Teilung des Frankenreiches endgültig besiegelt und damit auch die Unabhängigkeit des ostfränkischen Reiches anerkannt.

 

Geburt des Schriftstellers F. Dostojewski vor zweihundert Jahren

Der russische Autor Fjodor Dostojewski, der vor zweihundert Jahren, am 11. November 1821 in Moskau geboren wurde, zählt zu den größten Romanschriftstellern überhaupt. Wenige Autoren haben so tief Einblick in die menschliche Seele genommen wie Dostojewski.

Dostojewski

König in Preußen

Vor 320 Jahren wurde dass Königreich Preußen „geboren“. Mit Einverständnis Kaiser Leopold des I. krönte Kurfürst Friedrich der III. sich selbst am 18. Januar 1701, als Friedrich der I. in Königsberg zum König in Preußen.

 

W. Ucksche

 


 

vor 450 Jahren, kam es am 7. Oktober 1571 in der Meerenge von Lepanto im heutigen Griechenland, zur Seeschlacht gegen die Türken. Um den Ansturm der Osmanen auf das Christliche „Abendland“ zu verhindern, wurde am 20. Mai 1571 die christliche „Heilige Liga“ gegründet. Die Vorgeschichte dieser Schlacht ist in der türkischen Expansion nach Europa zu suchen. 1453, nach der Eroberung Konstantinopels, eroberten die Osmanen auch große Teile des Balkans.Nachdem der Oberbefehlshaber Ali Pascha fällt, erlahmt der Kampfwille der Osmanen. Nach etwa fünfeinhalb Stunden konnte die heilige Liga endgültig ihren Sieg feiern.

 

W. Ucksche


 

Mit dem Frieden von Nystad endete vor 300 Jahren der Nordische Krieg. Schweden hatte unter Gustav Adolf während des Dreißigjährigen Krieges eine Großmachtposition erobert. Dass Land war von eifersüchtigen Feinden umgeben, die ihm die Herrschaft über die Ostsee neideten. Überall lauerte ein potentieller Gegner: von Dänemark und den Welfen über Preußen und Polen bis Russland. So fand sich eine Allianz gegen den jungen, erst 18jährigen König Karl XII. Zusammen. Karl XII. Schlug im Handumdrehen die Dänen und die Russen und verbiss sich  dann in das Ringen gegen August den Starken, den er aus Polen vertrieb. In der Schlacht bei Poltawa, am 8. Juli 1709 wurde die Schwedische Armee geschlagen und musste kapitulieren. Schweden war nach der Schlacht von Poltawa in der Defensive. Die Russen eroberten das Baltikum sowie 1713 auch Finnland. Damit war die schwedische Großmachtposition im Norden an Russland übergegangen. Jetzt schalteten sich nicht bloß Dänemark und Sachsen-Polen wieder in den Krieg ein, auch Preußen und Hannoveraner warfen begehrliche Blicke auf die schwedischen Besitzungen in Deutschland. Karl XII. fiel  schließlich 1718 bei der Belagerung der norwegischen Grenzfestung Fredrickshall. Der Tod Karls machte aus dem Krieg, der kein Ende finden wollte, erst recht einen Schwedischen Erbfolgekrieg. Nach drei weiteren Kriegsjahren und diversen Streitigkeiten wurde Nordosteuropa neu sortiert. Es war Zeit zum Schluss zu kommen, zum Frieden von Nystad, der schließlich am 10. September 1721 unterzeichnet wurde.

 

W. Ucksche

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